Des Lebens muede
Genauso wie man sein Auto in der Regel alle zwei Jahre vom TÜV kontrollieren lässt, sollte man hin und wieder auch seine freundschaftlichen Beziehungen einer Qualitätsprüfung unterziehen, um sie im schlimmsten Fall, wenn das Miteinander inzwischen soviel Rost angesetzt hat, dass sie unvorhersehbar auseinander zu brechen droht, verschrotten zu lassen. Wenn nichts mehr zu retten ist, ist nichts mehr zu retten. Punkt. Das muss man sich dann auch trotz aller Bekümmernis darüber eingestehen, um einen klaren Schlussstrich darunter setzen zu können. Nein, es geht hier nicht darum, mit jemandem abzurechnen oder von jemandem schlecht zu reden. Es geht vielmehr darum, mein Leben in Ordnung zu bringen, es fein zu justieren, um erkennen zu können, was noch da ist und was ich aus dem Gebliebenen machen kann und machen will. Mit Halbherzigem und Oberflächlichkeit mag ich in meiner Freizeit nicht leben müssen. Es reicht, wenn sich diese beiden Unannehmlichkeiten in meinem Berufsalltag an meine Seite gesellen. Privat brauche ich das nicht. Deswegen habe ich mich, auch um mich vor weiteren Verletzungen zu schützen, dazu entschieden, Menschen, von denen ich glaubte, ich pflege eine freundschaftliche Beziehung zu ihnen, den Status Freund auf Bekannter herunterzustufen. Interessant wäre in diesem Zusammenhang gewiss eine Erklärung meinerseits, wo die Grenzen zwischen Bekannter und Freund liegen beziehungsweise wie ich beides definiere, was an dieser Stelle aber den Rahmen sprengen würde, zumal ich mich jetzt erst einmal damit auseinander setzen muss und möchte, das Geschehene in mein Leben zu integrieren, sprich mir einzugestehen, dass da gar nicht viel ist, auf das ich aufbauen kann, aber ich will mir auch keine Scheinfreunde einbilden, bloß um zu glauben, dass sich jemand für mich und mein Leben interessiert und ich nicht alleine bin.
pattyv - am Freitag, 27. November 2009, 09:47 - Rubrik: Des Lebens muede
Emotional bin ich derzeit so aufgewühlt, dass ich gar nicht weiß, wohin mit all diesen Gefühlen, die ich auch nicht sortiert bekomme. Es geht um mein Leben, meine Zukunft, meine Existenz. Immer dann, wenn die Waagschale der Entscheidung erkennbar ihr Gleichgewicht verliert und es darauf hinauslaufen könnte, dass ich einen zielgerichteten Beschluss fasse, kommt von irgendwo eine neue Unwägbarkeit hinsichtlich dessen, ob es richtig ist, mich für diese eine Seite zu entscheiden. Beide Seiten haben Vor- und Nachteile. Ein Ja beinhaltet ein Stückchen Sicherheit, dafür mache ich mich mit diesem Ja, wenn ich es denn gebe, zum Deppen. Ein Nein bewahrt meine Würde, bringt aber sehr viel Unsicherheit mit sich, und vielleicht auch eine komplettes Umwerfen meines bisherigen Lebens.
Am Montag muss ich mich allerspätestens entscheiden. Länger kann ich es nicht hinauszögern. Es wird definitiv kein eindeutiges richtig oder falsch geben. Grundsätzlich möchte ich mich aber nicht mehr länger zum Deppen machen lassen. In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass gerade das mich unendlich verärgert und auch unsagbar traurig macht, weil ich das Gefühl habe, dass man mich nicht ernst nimmt und ich mich dann zeitgleich als Mensch zurückgesetzt fühle.
Vor einem Jahr an Weihnachten ist mein Opa gestorben. Das war auch ein Einschnitt in meinem Leben. Kein so gravierender wie der Tod meiner Oma, aber ähnlich. Jetzt scheint das Ende diesen Jahres auch keinen guten Ausklang nehmen zu wollen, fast egal, wie ich mich entscheide.
Wenn ich könnte UND den Mut hätte, würde ich mich am liebsten auch vor den Zug werfen, obwohl ich an anderer Stelle einmal schrieb, dass ich eine solch blutige Variante des Freitodes nicht wählen würde, um denen, die einen finden, unnötiges Leid zu ersparen. Momentan scheint es mir aber gerade gut genug. Aber keine Angst! Ich mache es nicht! Ich würde es gerne, weil ich glaube, dass dann alle Bürden weg sind und ich frei von Lasten bin, das heißt überhaupt frei. An Wiedergeburt glaube ich ja nicht.
Wie gerne würde ich meine Würde UND die Sicherheit wahren beziehungsweise zumindest keine Angst spüren müssen, wenn ich mich für meine Würde entscheiden sollte. Und wenn ich schon im Konjunktiv bin: ich würde gleichermaßen gerne einfach mal die Rolle mit den „Verursachern“ dieses Dilemmas tauschen.
Eine der gängigen Bewertungskriterien bei der Frage, welche Nachrichten Nachrichtenwert haben, lautet Betroffenheit. So lange das Atomkraftwerk xy beispielsweise auf dem Mond gebaut wird, interessiert das vermutlich herzlich wenige; wenn das Atomkraftwerk dann aber plötzlich vor der eigenen Haustüre errichtet werden soll, ist der Aufschrei wegen der persönlichen Betroffenheit groß.
Was ich damit sagen will? Nichts anderes als im Absatz zuvor: ich würde gerne mal swichten, Rollentausch betreiben und jene vor die Frage stellen, die sie mir mit auf den Weg gaben. Im umgekehrten Fall wäre die Betroffenheit gegeben und damit gewiss (?) auch ein Grundmaß an Verständnis, mit dem ich unter den realen Bedingungen fern ab all meiner Wünsche aber nicht rechnen kann.
Momentan erscheint mir mein Leben eher rückläufig, fast so wie in dem Film „Der seltsame Fall des Benjamin Button“. Persönliche Wertigkeit geht mehr und mehr verloren und man wird immer kleiner, kleiner, kleiner, … bis man irgendwann ganz verschwunden ist. Ja, irgendwann werde auch ich mich auflösen.
Am Montag muss ich mich allerspätestens entscheiden. Länger kann ich es nicht hinauszögern. Es wird definitiv kein eindeutiges richtig oder falsch geben. Grundsätzlich möchte ich mich aber nicht mehr länger zum Deppen machen lassen. In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass gerade das mich unendlich verärgert und auch unsagbar traurig macht, weil ich das Gefühl habe, dass man mich nicht ernst nimmt und ich mich dann zeitgleich als Mensch zurückgesetzt fühle.
Vor einem Jahr an Weihnachten ist mein Opa gestorben. Das war auch ein Einschnitt in meinem Leben. Kein so gravierender wie der Tod meiner Oma, aber ähnlich. Jetzt scheint das Ende diesen Jahres auch keinen guten Ausklang nehmen zu wollen, fast egal, wie ich mich entscheide.
Wenn ich könnte UND den Mut hätte, würde ich mich am liebsten auch vor den Zug werfen, obwohl ich an anderer Stelle einmal schrieb, dass ich eine solch blutige Variante des Freitodes nicht wählen würde, um denen, die einen finden, unnötiges Leid zu ersparen. Momentan scheint es mir aber gerade gut genug. Aber keine Angst! Ich mache es nicht! Ich würde es gerne, weil ich glaube, dass dann alle Bürden weg sind und ich frei von Lasten bin, das heißt überhaupt frei. An Wiedergeburt glaube ich ja nicht.
Wie gerne würde ich meine Würde UND die Sicherheit wahren beziehungsweise zumindest keine Angst spüren müssen, wenn ich mich für meine Würde entscheiden sollte. Und wenn ich schon im Konjunktiv bin: ich würde gleichermaßen gerne einfach mal die Rolle mit den „Verursachern“ dieses Dilemmas tauschen.
Eine der gängigen Bewertungskriterien bei der Frage, welche Nachrichten Nachrichtenwert haben, lautet Betroffenheit. So lange das Atomkraftwerk xy beispielsweise auf dem Mond gebaut wird, interessiert das vermutlich herzlich wenige; wenn das Atomkraftwerk dann aber plötzlich vor der eigenen Haustüre errichtet werden soll, ist der Aufschrei wegen der persönlichen Betroffenheit groß.
Was ich damit sagen will? Nichts anderes als im Absatz zuvor: ich würde gerne mal swichten, Rollentausch betreiben und jene vor die Frage stellen, die sie mir mit auf den Weg gaben. Im umgekehrten Fall wäre die Betroffenheit gegeben und damit gewiss (?) auch ein Grundmaß an Verständnis, mit dem ich unter den realen Bedingungen fern ab all meiner Wünsche aber nicht rechnen kann.
Momentan erscheint mir mein Leben eher rückläufig, fast so wie in dem Film „Der seltsame Fall des Benjamin Button“. Persönliche Wertigkeit geht mehr und mehr verloren und man wird immer kleiner, kleiner, kleiner, … bis man irgendwann ganz verschwunden ist. Ja, irgendwann werde auch ich mich auflösen.
pattyv - am Freitag, 20. November 2009, 18:37 - Rubrik: Des Lebens muede
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Ich kann das alles abwägende Sinnieren momentan gar nicht mehr abstellen. Im meinem Kopf surren Tausende von Gedanken wie ein undefinierbares Meer an Eintagesfliegen, das zu nächtlichen Stunde die hellsten Laternen der Stadt bevölkernd umgarnt. Wie soll ich da Klarheit finden? Sehen können, was das Richtige, was das Gute (für mich) ist? Es herrscht Aufbruchstimmung, genährt von menschlichen Enttäuschungen und reiner Verzweiflung. Vielleicht klappt’s anderswo doch besser als hier? Hier, wo mich kaum mehr etwas hält, wo es außerhalb der relativen Nähe zur Familie nur noch zwei befreundete Menschen gibt, die möglicherweise bekümmert wären, wenn ich die Heimat verließe.
Das Telefon kann aber in jeder anderen deutschen Stadt genauso gut schweigen wie hier. Schade, dass ich mich nicht 20 Jahre zurückbeamen kann, denn dann würde ich die Weichen mit dem Wissen von heute anders stellen. Ganz anders. Zielgerichteter. Energischer. Es scheint, als hätte ich irgendwann einmal DEN, sprich meinen, Zug verpasst, dem ich seitdem zeitlebens mit alternativen Reisemöglichkeiten hinter zu kommen versuche, doch egal wie sehr ich mich darum mühe: der Zug ist jedes Mal erneut schon abgefahren, wenn ich denn einmal rechtzeitig am Bahnhof sein sollte. Das zermürbt.
Das Telefon kann aber in jeder anderen deutschen Stadt genauso gut schweigen wie hier. Schade, dass ich mich nicht 20 Jahre zurückbeamen kann, denn dann würde ich die Weichen mit dem Wissen von heute anders stellen. Ganz anders. Zielgerichteter. Energischer. Es scheint, als hätte ich irgendwann einmal DEN, sprich meinen, Zug verpasst, dem ich seitdem zeitlebens mit alternativen Reisemöglichkeiten hinter zu kommen versuche, doch egal wie sehr ich mich darum mühe: der Zug ist jedes Mal erneut schon abgefahren, wenn ich denn einmal rechtzeitig am Bahnhof sein sollte. Das zermürbt.
pattyv - am Montag, 16. November 2009, 00:31 - Rubrik: Des Lebens muede
Eigentlich wollten wir, der Pan und ich, von heute bis Samstag nach Österreich in den Kaiserwinkl fahren, um dort neben Canyoning und Rafting meinen Geburtstag zu erleben. Feiern kann ich ja nicht sagen, weil ich ihn tatsächlich nicht feiere, am liebsten sogar aus meiner Erinnerung löschen würde, weil dieser Tag mir jedes Jahr nur noch mehr von dem Unerwünschten überstülpt, was ich nicht haben möchte: eine Zunahme an Jahren und damit einhergehend das Altern im Allgemeinen.
Die schlechte Wetterprognose für die Urlaubsregion schon seit Tagen besorgt im Blick habend, bestätigte uns auch heute Morgen nichts anderes als Regen für die kommenden Tage, weshalb ich - als stets nach Licht und Wärme sehnsüchtelnde Sonnenblume, für die eine Reise mit dem Wetter steht oder fällt - betrübt den Kopf hängen ließ und nach einer wie auch immer gearteten Alternative Ausschau hielt. Nach diversen Recherchen im Internet und Telefonaten hinsichtlich Superlastminute-Angeboten, die aber allesamt an einem angemessenem Preis-Leistungs-Verhältnis scheiterten, werden wir nun doch den Kampf mit dem Regen im Nachbarlande aufnehmen, wobei für Deutschland die kommenden Tage auch nicht wesentlich besseres Wetter vorhergesagt wird.
Die Stimmung ist aufgrund der fortgeschrittenen Zeit sowieso auf dem ABSOLUTEN Nullpunkt angelangt. Mittlerweile bin ich eingeschüchtert, habe Angst vor der Konversation, weil ich weiß, dass sie mich verletzen wird. Vielleicht werden wir uns auf einem nonverbalen und unhandgreiflichen Niveau die Köpfe einschlagen. Darin sind wir geübt.
Auf in den Urlaub!
Die schlechte Wetterprognose für die Urlaubsregion schon seit Tagen besorgt im Blick habend, bestätigte uns auch heute Morgen nichts anderes als Regen für die kommenden Tage, weshalb ich - als stets nach Licht und Wärme sehnsüchtelnde Sonnenblume, für die eine Reise mit dem Wetter steht oder fällt - betrübt den Kopf hängen ließ und nach einer wie auch immer gearteten Alternative Ausschau hielt. Nach diversen Recherchen im Internet und Telefonaten hinsichtlich Superlastminute-Angeboten, die aber allesamt an einem angemessenem Preis-Leistungs-Verhältnis scheiterten, werden wir nun doch den Kampf mit dem Regen im Nachbarlande aufnehmen, wobei für Deutschland die kommenden Tage auch nicht wesentlich besseres Wetter vorhergesagt wird.
Die Stimmung ist aufgrund der fortgeschrittenen Zeit sowieso auf dem ABSOLUTEN Nullpunkt angelangt. Mittlerweile bin ich eingeschüchtert, habe Angst vor der Konversation, weil ich weiß, dass sie mich verletzen wird. Vielleicht werden wir uns auf einem nonverbalen und unhandgreiflichen Niveau die Köpfe einschlagen. Darin sind wir geübt.
Auf in den Urlaub!
pattyv - am Dienstag, 9. Juni 2009, 13:24 - Rubrik: Des Lebens muede
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Wie viel Dämpfer verkraftet ein Mensch? Wie viel Niederlagen kann man schlucken, bevor man selbst von ihnen verschluckt wird? Säße ich nicht im Büro, würde ich meinen Tränen freien Lauf lassen, um mit dem Rinnsaal des Regens fortgeschwemmt zu werden und endlich weg zu sein von der Bildfläche namens Leben.
Dass mir andere Menschen überhaupt noch etwas Könnendes zuschreiben, verwundert mich. Ich weiß auch nicht, wie sie auf den Gedanken kommen, zumal ich mir selbst diese Attribute niemals zusprechen würde.
Ein Beispiel?
Eben rief mich ein alter Bekannter auf meinem Handy an. Ich sah nur die Vorwahl und dachte es sei ein Kollege von der benachbarten Stadt. Weit gefehlt.
„Du bist meine letzte Rettung“, tönte es aus dem kleinen Lautsprecher.
Was für eine absurde Behauptung, dachte ich.
Ich könne doch italienisch, er habe gerade einen Italiener neben sich stehen, der kein Wort Deutsch spricht.
Gut, ich kann ein wenig in der Landessprache fluchen, bis 89 zählen und weiß auch sonst noch ein paar wenige Vokabeln, aber das war’s.
Noch bevor ich mich irgendwie rettend aus der Situation ziehen konnte, hatte ich den Italiener am Ohr, was mich schon genau nach 1 Sekunde dermaßen überforderte, dass ich den Hörer auflegte und mein Handy ausmachte. Seitdem fühle ich mich einmal mehr wie ein Idiot, zumal ich schon kurz vorher eine absolut niederschmetternde Erfahrung gemacht habe, die mir meine aus allen Poren quellende Dummheit nur bestätigte.
Ohne Hilfe bin ich überhaupt nicht lebensfähig! Ein hirnloser Wurm, der auf Erlösung wartet, weil er selbst dazu zu feige ist.
Dass mir andere Menschen überhaupt noch etwas Könnendes zuschreiben, verwundert mich. Ich weiß auch nicht, wie sie auf den Gedanken kommen, zumal ich mir selbst diese Attribute niemals zusprechen würde.
Ein Beispiel?
Eben rief mich ein alter Bekannter auf meinem Handy an. Ich sah nur die Vorwahl und dachte es sei ein Kollege von der benachbarten Stadt. Weit gefehlt.
„Du bist meine letzte Rettung“, tönte es aus dem kleinen Lautsprecher.
Was für eine absurde Behauptung, dachte ich.
Ich könne doch italienisch, er habe gerade einen Italiener neben sich stehen, der kein Wort Deutsch spricht.
Gut, ich kann ein wenig in der Landessprache fluchen, bis 89 zählen und weiß auch sonst noch ein paar wenige Vokabeln, aber das war’s.
Noch bevor ich mich irgendwie rettend aus der Situation ziehen konnte, hatte ich den Italiener am Ohr, was mich schon genau nach 1 Sekunde dermaßen überforderte, dass ich den Hörer auflegte und mein Handy ausmachte. Seitdem fühle ich mich einmal mehr wie ein Idiot, zumal ich schon kurz vorher eine absolut niederschmetternde Erfahrung gemacht habe, die mir meine aus allen Poren quellende Dummheit nur bestätigte.
Ohne Hilfe bin ich überhaupt nicht lebensfähig! Ein hirnloser Wurm, der auf Erlösung wartet, weil er selbst dazu zu feige ist.
pattyv - am Donnerstag, 28. Mai 2009, 18:15 - Rubrik: Des Lebens muede
Soll er, der Herrscher über Leben und Tod, die Flamme doch ausblasen, damit es endlich dunkel um mich wird. Die anderen sind so viel bessere Menschen. Ich hab nichts zu geben. Nichts. Einfach gar nichts! Nada. Gähnende Leere. Viel schlimmer noch: ich schade. Ja, ich schade. Kann mir nicht einfach jemand Gewalt antun? Jemand, den ich für einen Mord freisprechen würde. Es soll einfach nur schnell gehen. Das wäre schon alles, was ich mir wünsche. Wahrlich, der heutige Tag sucht seinesgleichen und findet sogar eine Doublette, die knapp 22 Jahre zurückliegt. Damals war es vom Gefühl wie heute. Einen Tag, der alles Bisherige verwarf, im gewissen Sinn eine neue Zeitrechnung mit sich brachte, letztlich auch ein Tag, der sich mit all seiner Sinnlosigkeit bis ins Heute zog, um sich heute mit Trommeln und Trompeten lautstark ins Gedächtnis zu rufen. Ganz ehrlich: ich mag nicht mehr.
Ich hasse mich für meine Feigheit, für mein Unvermögen und für meine soziale Phobie, die mich allesamt so lebensunfähig machen.
Ich hasse mich für meine Feigheit, für mein Unvermögen und für meine soziale Phobie, die mich allesamt so lebensunfähig machen.
pattyv - am Dienstag, 26. Mai 2009, 21:20 - Rubrik: Des Lebens muede
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Da sind sie wieder, einmal mehr, meine Gedanken, die ich nicht unter Kontrolle bekomme, die den Schlaf trotz Müdigkeit nicht über mich kommen lassen wollen.
Wenn man sich Vertrauen - in sich und andere - nur einfach irgendwie kaufen könnte, meinetwegen auch erzwingen, aber in diesem Punkt schaffe ich es einfach nicht, über meinen eigenen meterlangen Schatten zu springen, vor dem ich mich erst kürzlich selbst erschrak (und froh war, dass dieser Aktion außer dem Schrecken, der bestürzt lächelnd auf meiner Schulter saß, niemand beigewohnt hat).
Wieso kann ich mir selbst nicht wohlgesonnen und Freund sein?
Wieso wütet stattdessen mein größter Feind selbstzerstörend in mir?
Und warum hat sich das leibhaftige Drama in mir eingenistet?
Geht denn immer nur alles in Extremen?
Liebe oder Hass, Himmel hoch jauchzend oder zu Tode betrübt, kurz: Schwarz oder Weiß?
Hat der Malkasten des Lebens denn nicht viel mehr und kraftvollere Farben in petto? Doch, hat er, sagt mein Verstand, während ich aber doch nur mit den zwei altbekannt gehaltlosen male.
Wenn es so kommt, wie ich befürchte, aber nicht hoffe (!), wird die nächste Woche böse enden. Ich kenne mich leider nur zu gut, um zuwissen ahnen, dass ich meine Gedanken nicht in einen sicheren Käfig sperren kann, von dem aus sie keinen Schaden mehr anrichten. Ich fühle mich ihnen ausgeliefert.
Wenn man sich Vertrauen - in sich und andere - nur einfach irgendwie kaufen könnte, meinetwegen auch erzwingen, aber in diesem Punkt schaffe ich es einfach nicht, über meinen eigenen meterlangen Schatten zu springen, vor dem ich mich erst kürzlich selbst erschrak (und froh war, dass dieser Aktion außer dem Schrecken, der bestürzt lächelnd auf meiner Schulter saß, niemand beigewohnt hat).
Wieso kann ich mir selbst nicht wohlgesonnen und Freund sein?
Wieso wütet stattdessen mein größter Feind selbstzerstörend in mir?
Und warum hat sich das leibhaftige Drama in mir eingenistet?
Geht denn immer nur alles in Extremen?
Liebe oder Hass, Himmel hoch jauchzend oder zu Tode betrübt, kurz: Schwarz oder Weiß?
Hat der Malkasten des Lebens denn nicht viel mehr und kraftvollere Farben in petto? Doch, hat er, sagt mein Verstand, während ich aber doch nur mit den zwei altbekannt gehaltlosen male.
Wenn es so kommt, wie ich befürchte, aber nicht hoffe (!), wird die nächste Woche böse enden. Ich kenne mich leider nur zu gut, um zu
pattyv - am Sonntag, 19. April 2009, 01:31 - Rubrik: Des Lebens muede
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Manchmal gewährt man Menschen Boni, die ihnen aufgrund ihres Charakters, den man sich mit jeder Verletzung immer und immer wieder schönredet, nur damit das erhoffte Bild dieser Person keinen Schaden nimmt, nicht zustehen.
Da ist die Ehefrau, die wiederholt von ihrem Mann körperlich gezüchtigt wird, wofür sie immer nach Rechtfertigungen sucht, die ihn nach wie vor in einem guten Licht dastehen lassen. Wie lange das im Einzelnen gut geht, hängt sicherlich auch mit der Disposition des „Opfers“ zusammen. Irgendwann kann sich aber niemand mehr den Fakten entziehen, dann, wenn die Einsicht schon so laut an die Tür pocht, dass das ganze Haus der Erkenntnis zu wackeln beginnt.
So sehr die Klarsicht auch schmerzt, birgt sie doch zeitgleich die Chance auf Veränderung. Es gibt keinen Grund dafür, als erwachsener Mensch klein gehalten zu werden. Sicherlich gehören immer zwei dazu: einer, der sich klein halten lässt und einer, der jemanden klein hält. Aber wenn jemand die Kostbarkeit einer Freundschaft nicht zu schätzen weiß, sie mit lügenden und missachtenden Füßen tritt, sollte man einfach das Weite suchen, weil jede Ferne soviel mehr Verlässlichkeit birgt als es die Nähe solch einer Beziehung jemals noch zuließe.
Da ist die Ehefrau, die wiederholt von ihrem Mann körperlich gezüchtigt wird, wofür sie immer nach Rechtfertigungen sucht, die ihn nach wie vor in einem guten Licht dastehen lassen. Wie lange das im Einzelnen gut geht, hängt sicherlich auch mit der Disposition des „Opfers“ zusammen. Irgendwann kann sich aber niemand mehr den Fakten entziehen, dann, wenn die Einsicht schon so laut an die Tür pocht, dass das ganze Haus der Erkenntnis zu wackeln beginnt.
So sehr die Klarsicht auch schmerzt, birgt sie doch zeitgleich die Chance auf Veränderung. Es gibt keinen Grund dafür, als erwachsener Mensch klein gehalten zu werden. Sicherlich gehören immer zwei dazu: einer, der sich klein halten lässt und einer, der jemanden klein hält. Aber wenn jemand die Kostbarkeit einer Freundschaft nicht zu schätzen weiß, sie mit lügenden und missachtenden Füßen tritt, sollte man einfach das Weite suchen, weil jede Ferne soviel mehr Verlässlichkeit birgt als es die Nähe solch einer Beziehung jemals noch zuließe.
pattyv - am Donnerstag, 5. Februar 2009, 09:23 - Rubrik: Des Lebens muede
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Zu dumm zum Leben, zu feige zum Sterben. Anders kann ich meine derzeitige Situation einfach nicht mehr bezeichnen. Nichts, aber auch gar nichts wünsche ich mir mehr, als endlich eine Entscheidung treffen zu können: entweder die zum Leben hin oder eben die zum Tod. Ich weiß noch nicht einmal, was mich hier hält. Vermutlich die Sorge, dass mein Partner sich nach meinem Dahinscheiden eine andere Frau an seiner Seite sucht und ich das nicht ertragen könnte. Was für ein absurder Grund.
Vielleicht schwingt auch noch so etwas wie die Sorge um meine Ma mit, der ich Kummer ersparen möchte und die Angst, dass wenn ich es wirklich täte, sie sich vielleicht Selbstvorwürfe machen würde und darauf hin wieder ihr Krebs ausbricht. Dieses Herumkrebsen zwischen Leben und Tod ertrage ich nicht mehr.
Vielleicht schwingt auch noch so etwas wie die Sorge um meine Ma mit, der ich Kummer ersparen möchte und die Angst, dass wenn ich es wirklich täte, sie sich vielleicht Selbstvorwürfe machen würde und darauf hin wieder ihr Krebs ausbricht. Dieses Herumkrebsen zwischen Leben und Tod ertrage ich nicht mehr.
pattyv - am Dienstag, 20. Januar 2009, 07:38 - Rubrik: Des Lebens muede
Die Luft wird dünner und dünner. Die Verhältnisse auch. Ich bin das kleine Häschen vor der Schlange, das einerseits starr vor Angst gelähmt seinen letzten Atemzügen entgegenblickt, während es andererseits weiß, dass nun soviel nicht mehr kommen kann. Es gibt kein vor oder zurück mehr. Die Situation ist wie sie ist: ausweglos. Das Reptil scheint sich seiner Macht bewusst und sie scheint ihm zu gefallen, was daran erkennbar ist, dass es seine Herrschaft über die Nahrungsbeschaffung hinaus zu einem quälenden Spiel zwischen Leben und Tod inszeniert.
Es mag absolut krank klingen, was ich nun sage, aber gerade in den letzten Lebensjahren meiner geliebten Oma hatte ich immer Angst davor, dass sie stirbt, dass mich irgendwann mal ein Anruf ereilt, in dem mir ihr Ableben mitgeteilt wird. Immer und immer wieder war ich erleichtert, wenn der blinkende Anrufbeantworter diese Sorge nicht preisgab und meine Familie mit anderen Anliegen als diesem schrecklich Befürchteten an mich herantrat. Die Angst wich aber nie von meiner Seite. Nachdem ihr Sterben durch die Krankheit irgendwann vorhersehbar wurde, empfand ich - neben der verstandesgemäßen Einsicht, dass ihr Tod unter diesen Umständen für sie das Beste ist - peinlicher Weise sogar so etwas wie Erlösung, als sie tatsächlich von uns ging: Erlösung von der Last des Angsthabenmüssens. Ist das nicht abartig?
Zurück katapultiert ins Jetzt und Heute erscheint mir die Situation ähnlich. Wenn die Schlange nur endlich zubeißen würde, hätte die Angstphase endlich ein Ende.
Es mag absolut krank klingen, was ich nun sage, aber gerade in den letzten Lebensjahren meiner geliebten Oma hatte ich immer Angst davor, dass sie stirbt, dass mich irgendwann mal ein Anruf ereilt, in dem mir ihr Ableben mitgeteilt wird. Immer und immer wieder war ich erleichtert, wenn der blinkende Anrufbeantworter diese Sorge nicht preisgab und meine Familie mit anderen Anliegen als diesem schrecklich Befürchteten an mich herantrat. Die Angst wich aber nie von meiner Seite. Nachdem ihr Sterben durch die Krankheit irgendwann vorhersehbar wurde, empfand ich - neben der verstandesgemäßen Einsicht, dass ihr Tod unter diesen Umständen für sie das Beste ist - peinlicher Weise sogar so etwas wie Erlösung, als sie tatsächlich von uns ging: Erlösung von der Last des Angsthabenmüssens. Ist das nicht abartig?
Zurück katapultiert ins Jetzt und Heute erscheint mir die Situation ähnlich. Wenn die Schlange nur endlich zubeißen würde, hätte die Angstphase endlich ein Ende.
pattyv - am Sonntag, 18. Januar 2009, 01:05 - Rubrik: Des Lebens muede