Kaum zu glauben
Ob es an den hochsommerlichen Temperaturen des heutigen Tages - mit 36,4 Grad ist heute in Bendorf (Rheinland-Pfalz) die Rekordtemperatur des Sommers 2008 gemessen worden - lag, dass mich ein fremder Mann küssen wollte, vermag ich nicht zu sagen. Hitzig war das Unterfangen jedoch alle Mal.
Doch wie kam es dazu?
Heute Mittag war für Würzburgs größtes Volksfest (Kiliani), das am Freitag beginnt, eine Pressekonferenz (PK) angesetzt. Wie viele andere Medienvertreter war auch ich dort zugegen. Klar, dass man im Laufe seines Daseins als Redakteur bei den verschiedenen PKs immer wieder mal die gleichen Gesichter sieht, sie deshalb aber nicht zwingend zu ihrem Medium zuordnen kann bzw. deren Namen kennt. So erging es mir auch mit M., den ich bis dato einige wenige Male gesehen, aber noch niemals zuvor gesprochen habe, dessen Namen ich auch erst heute erfuhr, als, weil sich personell zukünftig etwas von den Verantwortlichen her ändern wird, plötzlich alle ihre Visitenkarten zückten. Im Zuge dessen, M. saß neben mir, erhielt ich auch eine von ihm. Mir nichts weiter Tragisches dabei denkend, fragte ich ihn, ob er auch eine der meinigen haben wolle, was er bejahte. „Möchtest Du eine Erheiternde oder eine ´Echte´?“ Er entschied sich für beide, sprich die Profikiller & Bauchredner-Visitenkarte, auf der all meine persönlichen Daten stehen und die, die ich vom Verlag habe.
Mangels Zeit verkürze ich an dieser Stelle. Als die PK vorbei war, hatten M und ich den gleichen Weg zum Auto und kamen so noch zum Gespräch, das sich am Parkplatz angekommen noch etwas ausdehnte. Schließlich mahnte ich zum Aufbruch, wobei das, was dann kam, sich so schnell und überraschend ereignete, dass ich - meiner Perplextheit wegen - gar nicht angemessen darauf reagieren konnte. Unvermutet lag mit einem Mal sein Arm um meine Schultern und seine Lippen berührten fast die meinigen, wobei ich mich kurzerhand noch wegdrehen konnte, so dass er nur den äußersten Mundwinkel und meine Wange traf.
Ich war wirklich baff! Was war das? Da mein Vater Italiener ist, kenne ich das Küssen auf die Wangen zum Abschied und zur Begrüßung noch aus Kindertagen, aber das? Da ich ihn nicht kenne, konnte ich das auch nicht einordnen und vorschnell verurteilen wollte ich auch nicht. Seltsam war es aber trotzdem, zumal ich ihm im Vorfeld mitgeteilt habe, dass ich einen Freund habe.
Keine Stunde später ging von ihm die erste Mail im Verlag ein.
Liebenswerte Patty,
es war eine sehr unerwartete Begegnung vorhin - ich sitze etwas
retardiert an meinem schreibtisch... :-[
Und zwar eine unerwartet schöne - du bist so liebenswert, sympathisch und
positiv - einfach zum fressen...
Wie viel Arbeit hast Du?
Bis 19 oder bis 20 Uhr???
Lass uns den Abend zusammen verbringen - versprich mir das!!!!!
Ich werde mich sogar extra gut benehmen - und das will was heißen!!
OK????
Stell Dir vor, ich wäre ein Westernheld - ich würde einen weißen Hut
tragen - den tragen nur die
guten!!!!!!!!!!! Ju no wodd ei mien ???????????? ;-)
M aus W.
Klar, dass ich den Abend nicht mit ihm verbracht habe. Es folgten noch zwei weitere, wobei ich auf eine antwortete und ihm unter anderem schrieb: „Wie Du weißt bin ich liiert und Treue ist für mich ein hohes Gebot, das mir wertvoll ist.“
Auf seine folgenden Zeilen, in denen unter anderem „Treue wird nicht belohnt und existiert auch gar nicht - es ist eine Erfindung von irgendwelchen Kirchen- und Politikleuten - immer mit dem Ziel, Macht auszuüben. Glaub mir - ich würde nichts tun, was du nicht willst. Ich bin mir sicher, dass du nur vor dir selbst Schiss hast, das ist der ganze Grund - das habe ich oft genug so erlebt“ stand, habe ich nicht mehr geantwortet.
Es ist wirklich erstaunlich, dass Menschen meinen, einen anderen schon nach so kurzer Zeit beurteilen und erfassen zu können.
Doch wie kam es dazu?
Heute Mittag war für Würzburgs größtes Volksfest (Kiliani), das am Freitag beginnt, eine Pressekonferenz (PK) angesetzt. Wie viele andere Medienvertreter war auch ich dort zugegen. Klar, dass man im Laufe seines Daseins als Redakteur bei den verschiedenen PKs immer wieder mal die gleichen Gesichter sieht, sie deshalb aber nicht zwingend zu ihrem Medium zuordnen kann bzw. deren Namen kennt. So erging es mir auch mit M., den ich bis dato einige wenige Male gesehen, aber noch niemals zuvor gesprochen habe, dessen Namen ich auch erst heute erfuhr, als, weil sich personell zukünftig etwas von den Verantwortlichen her ändern wird, plötzlich alle ihre Visitenkarten zückten. Im Zuge dessen, M. saß neben mir, erhielt ich auch eine von ihm. Mir nichts weiter Tragisches dabei denkend, fragte ich ihn, ob er auch eine der meinigen haben wolle, was er bejahte. „Möchtest Du eine Erheiternde oder eine ´Echte´?“ Er entschied sich für beide, sprich die Profikiller & Bauchredner-Visitenkarte, auf der all meine persönlichen Daten stehen und die, die ich vom Verlag habe.
Mangels Zeit verkürze ich an dieser Stelle. Als die PK vorbei war, hatten M und ich den gleichen Weg zum Auto und kamen so noch zum Gespräch, das sich am Parkplatz angekommen noch etwas ausdehnte. Schließlich mahnte ich zum Aufbruch, wobei das, was dann kam, sich so schnell und überraschend ereignete, dass ich - meiner Perplextheit wegen - gar nicht angemessen darauf reagieren konnte. Unvermutet lag mit einem Mal sein Arm um meine Schultern und seine Lippen berührten fast die meinigen, wobei ich mich kurzerhand noch wegdrehen konnte, so dass er nur den äußersten Mundwinkel und meine Wange traf.
Ich war wirklich baff! Was war das? Da mein Vater Italiener ist, kenne ich das Küssen auf die Wangen zum Abschied und zur Begrüßung noch aus Kindertagen, aber das? Da ich ihn nicht kenne, konnte ich das auch nicht einordnen und vorschnell verurteilen wollte ich auch nicht. Seltsam war es aber trotzdem, zumal ich ihm im Vorfeld mitgeteilt habe, dass ich einen Freund habe.
Keine Stunde später ging von ihm die erste Mail im Verlag ein.
Liebenswerte Patty,
es war eine sehr unerwartete Begegnung vorhin - ich sitze etwas
retardiert an meinem schreibtisch... :-[
Und zwar eine unerwartet schöne - du bist so liebenswert, sympathisch und
positiv - einfach zum fressen...
Wie viel Arbeit hast Du?
Bis 19 oder bis 20 Uhr???
Lass uns den Abend zusammen verbringen - versprich mir das!!!!!
Ich werde mich sogar extra gut benehmen - und das will was heißen!!
OK????
Stell Dir vor, ich wäre ein Westernheld - ich würde einen weißen Hut
tragen - den tragen nur die
guten!!!!!!!!!!! Ju no wodd ei mien ???????????? ;-)
M aus W.
Klar, dass ich den Abend nicht mit ihm verbracht habe. Es folgten noch zwei weitere, wobei ich auf eine antwortete und ihm unter anderem schrieb: „Wie Du weißt bin ich liiert und Treue ist für mich ein hohes Gebot, das mir wertvoll ist.“
Auf seine folgenden Zeilen, in denen unter anderem „Treue wird nicht belohnt und existiert auch gar nicht - es ist eine Erfindung von irgendwelchen Kirchen- und Politikleuten - immer mit dem Ziel, Macht auszuüben. Glaub mir - ich würde nichts tun, was du nicht willst. Ich bin mir sicher, dass du nur vor dir selbst Schiss hast, das ist der ganze Grund - das habe ich oft genug so erlebt“ stand, habe ich nicht mehr geantwortet.
Es ist wirklich erstaunlich, dass Menschen meinen, einen anderen schon nach so kurzer Zeit beurteilen und erfassen zu können.
pattyv - am Mittwoch, 2. Juli 2008, 23:20 - Rubrik: Kaum zu glauben
Wäre es nicht mein Leben, würde ich es einem anderen möglicherweise nicht glauben. Um 14 Uhr hatte ich eigentlich einen Fototermin. Eigentlich insofern, als dass mir ein Freund zu diesem kleinen Nebenjob verhalf. Ich sollte für einen schnellen 100ter von einer Traditionsgaststätte Bilder machen, die er für deren Webauftritt benötigt. Kamera und Stativ im Gepäck fand ich mich auch pünktlich - wer mich kennt, weiß, was das heißt! - am vereinbarten Ort ein, um dort dann aber lediglich ein sehr langes und für mich auch ernüchterndes Gespräch zu führen.
Ernüchternd deshalb, weil mir der Wirt von seinen sicherlich legitimen Ambitionen und Bestrebungen erzählt hat, was diese Fotos alles ausdrücken sollen: unter anderem Schnittstelle zwischen Historie und verjüngter Gegenwart. Ich erfuhr auch davon, dass ich an zwei verschiedenen Tagen kommen sollte, um die verschiedenen Räumlichkeiten einmal ohne und einmal mit Gästen fotografieren, darüber hinaus auch Bilder während des Hochbetriebs in der Küche anfertigen sollte.
Was mich letztendlich komplett von diesem Job abhielt, war die Äußerung des jungen, ambitionierten Gastronomen, der seit einem halben Jahr in den einstigen Fußstapfen seines Vaters steht, dass bereits ein echtes Profifotografen-Team da gewesen sei, dass sich drei komplette Tage in dem großen Areal (400 Sitzplätze ohne Außengastronomie) aufgehalten hat, selbiges zwar über Stunden alles ausgeleuchtet habe (die einzelnen Räumlichkeiten sind wirklich sehr dunkel), ihm die Bilder aber trotz all dieser Mühe überhaupt nicht zusagen. Den einen Raum hätte überhaupt noch niemals jemand so fotografieren können, dass er ihm gefiele.
Was soll ich als Laie mit meiner, Achtung schlimmes Wort, Popelkamera, denn dazu sagen? Ich habe weder eine Fotografenausbildung, noch kenne ich mich sonderlich gut aus und habe auch kein Equipment, um all diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Ich fotografiere einfach nur gerne.
Trotz alledem kam ich mir nach diesem Treffen wie ein Versager vor, zumal oben genannter Freund, der diesem Gespräch beiwohnte, sagte dass das doch alles gar nicht so schlimm sei, der Wirt, den er auch privat kennt, nur reden würde und selbst doch gar keine Ahnung vom Fotografieren hätte. Außerdem hätte er schon soooo viele Fotos von mir gesehen und die seien alle schön.
Nein, das war nichts für mich. Ich wollte mich nicht einreihen in die Linie derer, die nicht fotografieren können. Und dann aus Mitleid, sprich für den Versuch, pässliche Bilder zu machen, bezahlt werden, wollte ich auch nicht. Ich hätte dem Druck, den ich mir selbst gemacht hätte, gar nicht standgehalten.
Wie auch immer: der Job ist gestorben.
Als ich mich wieder auf den Nachhauseweg machte, sah ich am Straßenrand ein Kind schwere Tüten schleppen. Ich schätzte das Handy telefonierende Mädchen vielleicht auf maximal 16 Jahre. Ich hielt an und fragte, ob ich sie ein Stückchen mitnehmen könne, was sie bejahte. Auf meine Frage, wohin sie denn müsse, erwiderte sie „ins Bordell“, was mich dann aufgrund ihres blutjungen Aussehens doch ein wenig entsetzte. Was mich dann aber noch mehr schockte, war die Tatsache, dass sie mit ihrer Mutter sprach, sprich diese wusste, wohin ich ihre Tochter, die gestern Abend erst aus Kempten in Würzburg ankam und heute ihren ersten Tag in Würzburg hat, fuhr. Wahnsinn!
Ernüchternd deshalb, weil mir der Wirt von seinen sicherlich legitimen Ambitionen und Bestrebungen erzählt hat, was diese Fotos alles ausdrücken sollen: unter anderem Schnittstelle zwischen Historie und verjüngter Gegenwart. Ich erfuhr auch davon, dass ich an zwei verschiedenen Tagen kommen sollte, um die verschiedenen Räumlichkeiten einmal ohne und einmal mit Gästen fotografieren, darüber hinaus auch Bilder während des Hochbetriebs in der Küche anfertigen sollte.
Was mich letztendlich komplett von diesem Job abhielt, war die Äußerung des jungen, ambitionierten Gastronomen, der seit einem halben Jahr in den einstigen Fußstapfen seines Vaters steht, dass bereits ein echtes Profifotografen-Team da gewesen sei, dass sich drei komplette Tage in dem großen Areal (400 Sitzplätze ohne Außengastronomie) aufgehalten hat, selbiges zwar über Stunden alles ausgeleuchtet habe (die einzelnen Räumlichkeiten sind wirklich sehr dunkel), ihm die Bilder aber trotz all dieser Mühe überhaupt nicht zusagen. Den einen Raum hätte überhaupt noch niemals jemand so fotografieren können, dass er ihm gefiele.
Was soll ich als Laie mit meiner, Achtung schlimmes Wort, Popelkamera, denn dazu sagen? Ich habe weder eine Fotografenausbildung, noch kenne ich mich sonderlich gut aus und habe auch kein Equipment, um all diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Ich fotografiere einfach nur gerne.
Trotz alledem kam ich mir nach diesem Treffen wie ein Versager vor, zumal oben genannter Freund, der diesem Gespräch beiwohnte, sagte dass das doch alles gar nicht so schlimm sei, der Wirt, den er auch privat kennt, nur reden würde und selbst doch gar keine Ahnung vom Fotografieren hätte. Außerdem hätte er schon soooo viele Fotos von mir gesehen und die seien alle schön.
Nein, das war nichts für mich. Ich wollte mich nicht einreihen in die Linie derer, die nicht fotografieren können. Und dann aus Mitleid, sprich für den Versuch, pässliche Bilder zu machen, bezahlt werden, wollte ich auch nicht. Ich hätte dem Druck, den ich mir selbst gemacht hätte, gar nicht standgehalten.
Wie auch immer: der Job ist gestorben.
Als ich mich wieder auf den Nachhauseweg machte, sah ich am Straßenrand ein Kind schwere Tüten schleppen. Ich schätzte das Handy telefonierende Mädchen vielleicht auf maximal 16 Jahre. Ich hielt an und fragte, ob ich sie ein Stückchen mitnehmen könne, was sie bejahte. Auf meine Frage, wohin sie denn müsse, erwiderte sie „ins Bordell“, was mich dann aufgrund ihres blutjungen Aussehens doch ein wenig entsetzte. Was mich dann aber noch mehr schockte, war die Tatsache, dass sie mit ihrer Mutter sprach, sprich diese wusste, wohin ich ihre Tochter, die gestern Abend erst aus Kempten in Würzburg ankam und heute ihren ersten Tag in Würzburg hat, fuhr. Wahnsinn!
pattyv - am Donnerstag, 12. Juni 2008, 17:13 - Rubrik: Kaum zu glauben
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Ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten, in denen ich in meinen Hochphasen vielleicht acht Stunden am Tag verbracht habe, was allerdings schon acht Jahre her ist, ist mein Zugang zu einer Dating Community, wie sie sich inzwischen - nach zweimaligem Relaunch -schicklich nennt. Damals suchte ich dort nach nichts außer Zerstreuung, weil ich zu dem damaligen Zeitpunkt sehr unglücklich verliebt war. Ich wollte einfach nur abgelenkt werden und war um jeden Menschen froh, der mir schrieb, wobei ich noch wie heute weiß, dass der allererste Mensch, der mir jemals aus den Weiten des Netzes geantwortet hat, der Pan war, mit dem ich mich drei Jahre später auch zum ersten Mal persönlich traf, aber das ist eine ganz andere Geschichte.
Heute habe ich mich des Spaßes wegen mal wieder dort eingeloggt, was ich zum Erhalt mit den einst entstandenen Bekannten, die dort zum Teil auch noch zugegen sind, tue, und fand dort folgende Mail vor:
„hallo du, du scheinst schön zu sein. hätte gern eine affaire mit dir. Lg“
Ehrlich gesagt wusste ich nicht, ob ich darüber lachen oder weinen sollte. Wie kann das jemand ernst nehmen? Gibt es auf diesem Planeten tatsächlich einen Mann, der auch nur annäherungsweise glaubt, damit bei mir (oder eine Frau im Allgemeinen?) punkten zu können, auch wenn ich „schön zu sein scheine“? Da ich die Mail während eines Telefonats mit dem Pan las, sagte ich ihm, dass es das jetzt für ihn und unsere Beziehung gewesen sei, weil ich mich so einem verlockend-verführerischen Angebot natürlich nicht entziehen könne.
Wenn ich fies wäre, könnte ich jetzt hier darüber berichten, welch Quasimodo-Schönling mir diese Mail sandte, aber das unterlasse ich an dieser Stelle lieber.
Nein, ich will diese Community nicht schlecht machen, schließlich habe ich dort auch ein paar auserlesene und wichtige Menschen kennengelernt, aber bei einer solch betörenden Formulierung, die dem Motto „warum Anstand, Moral und Sitte wahren, wenn ich auch sofort mit der Tür ins Haus fallen kann?“ folgt, setzt mein Verstand einfach aus.
Heute habe ich mich des Spaßes wegen mal wieder dort eingeloggt, was ich zum Erhalt mit den einst entstandenen Bekannten, die dort zum Teil auch noch zugegen sind, tue, und fand dort folgende Mail vor:
„hallo du, du scheinst schön zu sein. hätte gern eine affaire mit dir. Lg“
Ehrlich gesagt wusste ich nicht, ob ich darüber lachen oder weinen sollte. Wie kann das jemand ernst nehmen? Gibt es auf diesem Planeten tatsächlich einen Mann, der auch nur annäherungsweise glaubt, damit bei mir (oder eine Frau im Allgemeinen?) punkten zu können, auch wenn ich „schön zu sein scheine“? Da ich die Mail während eines Telefonats mit dem Pan las, sagte ich ihm, dass es das jetzt für ihn und unsere Beziehung gewesen sei, weil ich mich so einem verlockend-verführerischen Angebot natürlich nicht entziehen könne.
Wenn ich fies wäre, könnte ich jetzt hier darüber berichten, welch Quasimodo-Schönling mir diese Mail sandte, aber das unterlasse ich an dieser Stelle lieber.
Nein, ich will diese Community nicht schlecht machen, schließlich habe ich dort auch ein paar auserlesene und wichtige Menschen kennengelernt, aber bei einer solch betörenden Formulierung, die dem Motto „warum Anstand, Moral und Sitte wahren, wenn ich auch sofort mit der Tür ins Haus fallen kann?“ folgt, setzt mein Verstand einfach aus.
pattyv - am Montag, 26. Mai 2008, 23:21 - Rubrik: Kaum zu glauben
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Ich liebe meinen neuen Earl D, der mich heute Morgen mit einem sagenhaften Fitnesswert von F1 auf seiner bis F6 reichenden Skala erfreute, wobei F1 – und da zitiere ich aus der Gebrauchsanweisung – der bestmögliche Wert ist.
Bei diesem Messwert wird die Herz-Kreislauf-Leistungsfähigkeit anhand des Abnehmens der Herzfrequenz am Ende eines Trainings bewertet, soll heißen: wie schnell sackt mein Puls innerhalb einer Minute nach dem Training wieder auf ein verträgliches Level, was bei mir wohl recht schnell gehen muss, denn sonst hätte ich die vortreffliche F1 nicht angezeigt bekommen, wobei ich das natürlich weiter beobachten werde. Könnte ja auch sein, dass das heute nur ein sportlicher Glückstreffer war.
Wait up and see …
Bei diesem Messwert wird die Herz-Kreislauf-Leistungsfähigkeit anhand des Abnehmens der Herzfrequenz am Ende eines Trainings bewertet, soll heißen: wie schnell sackt mein Puls innerhalb einer Minute nach dem Training wieder auf ein verträgliches Level, was bei mir wohl recht schnell gehen muss, denn sonst hätte ich die vortreffliche F1 nicht angezeigt bekommen, wobei ich das natürlich weiter beobachten werde. Könnte ja auch sein, dass das heute nur ein sportlicher Glückstreffer war.
Wait up and see …
pattyv - am Freitag, 28. März 2008, 10:08 - Rubrik: Kaum zu glauben
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Jetzt war’s doch wesentlich schlimmer, als ich vermutet hätte: Wurzelbehandlung! Und das nicht an dem Zahn, an dem ich mir einbildete, Schmerzen zu haben, sondern an dem benachbarten. Im Moment laufe ich mit einem mit Medikamenten gefüllten Provisorium herum, das mir in zehn Tagen wieder entfernt wird, dann, wenn auch der Zahn, wegen dessen ich heute eigentlich zum Zahnarzt, das heißt zu einer Zahnärztin, bin, behandelt wird.
Da meine „Haus-Zahnärztin“ weder heute noch morgen Zeit hat, habe ich mir erlaubt, eine andere zu konsultieren, was sich wirklich als mühselig erwiesen hat, da viele keine Zeit hatten und andere nicht als Lückenbüßer fungieren wollten (leider auch nicht deine Ralf). Schließlich, beim letzten Versuch, den ich mir selbst zugestand, hatte ich doch Glück:„es hat gerade jemand den Termin in einer halben Stunde abgesagt, schaffen Sie das?“, meinte die Sprechstundenhilfe. „Klar“, antwortete ich hoffnungsfroh, dass meinem Leiden heute noch ein Ende gesetzt wird.
Was dann kam, war leider so ganz anders als erwartet. Zum ersten Mal in meinem Leben wurden meine Zähne geröntgt – und genau dabei kam das schattierte Übel des Nachbarzahns zum sichtbaren Vorschein. Als ich „Wurzelbehandlung“ und dass man mir den Nerv ziehen müsse hörte, hatte ich einmal mehr das Gefühl, dass heute mein letztes Stündlein geschlagen hatte. „Das überlebe ich nicht“, sagte ich der Zahnärztin mit weit aufgerissenen Augen. „Sie müssen dann bestimmt bohren, lange und tief dazu; das schaffe ich nicht“. Mir standen die Tränen in den Augen. Ich wollte doch nur schnell zum Zahnarzt, alte Füllung runter, Zahn säubern, neue Füllung drauf.
Weit gefehlt! Total weit gefehlt!
Die Zahnärztin war echt superlieb, gab mir drei Spritzen, die letzte sogar direkt in den Nerv hinein, während meine anderen Empfindungsstränge nicht minder blank lagen. Zwischendurch streichelte mir die Zahnärztin die Wange und meinte aufgrund meines hektischen Atmens, dass ich nicht hyperventilieren solle.
Nein, ich will mich gar nicht mehr an die Situation, die ich unendlich laaaaange, von den physischen Gegebenheiten grob und schrecklich fand, erinnern. Es klingt wahrscheinlich seltsam und extrem schwächlich, aber die unvorhergesehene Tortour (10.20 Uhr war ich beim Zahnarzt, kurz vor 12 Uhr war ich fertig) hat mich total mitgenommen. Fühle mich wie durch den Fleischwolf gedreht, zumal allmählich das pochende Gefühl in der Wange wiederkehrt.
Wenn ich Pech habe - die Bandbreite sei sehr weit - könne ich die nächsten beiden Tage noch richtig Schmerzen haben. Es könne aber auch sein, dass ich gar nichts spüre. Schauen wir mal, wie hold mir die Zahnfeen sind.
Da meine „Haus-Zahnärztin“ weder heute noch morgen Zeit hat, habe ich mir erlaubt, eine andere zu konsultieren, was sich wirklich als mühselig erwiesen hat, da viele keine Zeit hatten und andere nicht als Lückenbüßer fungieren wollten (leider auch nicht deine Ralf). Schließlich, beim letzten Versuch, den ich mir selbst zugestand, hatte ich doch Glück:„es hat gerade jemand den Termin in einer halben Stunde abgesagt, schaffen Sie das?“, meinte die Sprechstundenhilfe. „Klar“, antwortete ich hoffnungsfroh, dass meinem Leiden heute noch ein Ende gesetzt wird.
Was dann kam, war leider so ganz anders als erwartet. Zum ersten Mal in meinem Leben wurden meine Zähne geröntgt – und genau dabei kam das schattierte Übel des Nachbarzahns zum sichtbaren Vorschein. Als ich „Wurzelbehandlung“ und dass man mir den Nerv ziehen müsse hörte, hatte ich einmal mehr das Gefühl, dass heute mein letztes Stündlein geschlagen hatte. „Das überlebe ich nicht“, sagte ich der Zahnärztin mit weit aufgerissenen Augen. „Sie müssen dann bestimmt bohren, lange und tief dazu; das schaffe ich nicht“. Mir standen die Tränen in den Augen. Ich wollte doch nur schnell zum Zahnarzt, alte Füllung runter, Zahn säubern, neue Füllung drauf.
Weit gefehlt! Total weit gefehlt!
Die Zahnärztin war echt superlieb, gab mir drei Spritzen, die letzte sogar direkt in den Nerv hinein, während meine anderen Empfindungsstränge nicht minder blank lagen. Zwischendurch streichelte mir die Zahnärztin die Wange und meinte aufgrund meines hektischen Atmens, dass ich nicht hyperventilieren solle.
Nein, ich will mich gar nicht mehr an die Situation, die ich unendlich laaaaange, von den physischen Gegebenheiten grob und schrecklich fand, erinnern. Es klingt wahrscheinlich seltsam und extrem schwächlich, aber die unvorhergesehene Tortour (10.20 Uhr war ich beim Zahnarzt, kurz vor 12 Uhr war ich fertig) hat mich total mitgenommen. Fühle mich wie durch den Fleischwolf gedreht, zumal allmählich das pochende Gefühl in der Wange wiederkehrt.
Wenn ich Pech habe - die Bandbreite sei sehr weit - könne ich die nächsten beiden Tage noch richtig Schmerzen haben. Es könne aber auch sein, dass ich gar nichts spüre. Schauen wir mal, wie hold mir die Zahnfeen sind.
pattyv - am Donnerstag, 7. Februar 2008, 14:32 - Rubrik: Kaum zu glauben
Schock schwere Not! Eben habe ich erfahren, dass sich meine Eltern trennen. Wie lange sie genau schon verheiratet sind, weiß ich gar nicht, aber gewiss schon über 41 Jahre, denn damals kam mein Bruder, das älteste von uns drei Kindern, zur Welt.
Früher, als wir, die Kinder, noch zuhause wohnten, sagte mein Vater wortwörtlich, dass er meine Mutter, wenn sie sich einmal von ihm trennen wird, umbringen wird, was er damals – und dafür würde ich beide Hände ins Feuer legen – auch gemacht hätte. Wie das heute ist, kann ich überhaupt nicht sagen. Meine Mutter meinte, dass es für beide unerträglich sei. Sie klang relativ gefasst, als sie das sagte. Im Moment weiß ich gar nicht, was ich denken oder fühlen soll. Klar hat er sie eingeengt – sie durfte nicht rauchen (inzwischen raucht sie zwar freiwillig nicht mehr, weil ihr 2003 der Krebs im Unterleib einen Schlag vor den Bug gegeben hat, aber wenn sie es einst tatsächlich mal getan hat, was vielleicht zwei oder drei Mal in der Woche vorkam, hat er ihr, wenn er sie erwischt hat, die brennende Zigarette am Körper ausgedrückt oder sie gegen die Heizung geworfen oder ihr das schmutzige Autowaschwasser über den Kopf geschüttet und dgl. mehr), nicht mal ein Handy haben, was sie heimlich aber doch hat, nicht mit anderen ausgehen, obwohl sie das wahrscheinlich, weil sie sowieso keine Freunde hat, ehe nicht täte, außer vielleicht mal zur Weihnachtsfeier mit den Arbeitskollegen, aber schon das war meinem Vater nicht Recht, womit er jetzt bei denen, die diesen Text lesen, bestimmt in einem SEHR schlechten Licht steht, obwohl das gar nicht meine Intention ist.
All meine eben gemachten Ausführungen beziehen sich auf meine familiäre Vergangenheit, deren Erfahrungswerte – bis auf die Geschichte mit dem Handy - über 20 Jahre zurückliegen. Wie die beiden das in den letzten Jahren/Jahrzehnten miteinander aushielten, entzieht sich meinem Kenntnisstand, wobei ich aber dachte oder zumindest glauben wollte, dass es vielleicht besser geworden wäre, auch weil wir Kinder als Stressfaktor nicht mehr zuhause wohnen und sich dadurch Vieles entspannt haben könnte.
Warum es ausgerechnet jetzt zum Ausbruch kam?
Bis zum Sommer hat mein Vater noch gearbeitet, war, weil er eine eigene Pizzeria hatte, fast kaum, bis auf Dienstag, dem Ruhetag, zuhause, so dass das Miteinander doch recht kärglich verlief. Inzwischen hat er den Rentner-Status inne, ist quasi immer zuhause, womit persönliche „Kollisionen“ kaum mehr ausbleiben.
Irgendwie dachte ich, dass das, obwohl es statistisch betrachtet, ja nichts Außergewöhnliches ist, immer nur andere Eltern praktizieren, aber die meinigen? Seit dem Tod meiner Oma 2005 ist sowieso sehr vieles zerrüttet, was an Familienbande noch da war; dieses Jahr hat sich meine Schwester erneut – wie schon vor einigen Jahren, wobei meine Oma das damals wieder kittete – mit meiner Mutter, die ganz gewiss alles andere als leicht ist, überworfen. Meine beiden Geschwister, die sich noch bis im Sommer ein gemeinsames Haus teilten, ebenfalls. Meine Schwester zog aus und kaufte sich ein eigenes Haus.
Worüber ich mir jetzt Sorgen mache, ist folgendes: Ich bin mir sicher, SEHR sicher, dass meine Mutter, über die ich definitiv nicht schimpfen möchte, mit ihrer wirklich äußerst seltsamen Art, niemals mehr einen Mann an ihrer Seite finden wird. Kurzfristig vielleicht schon, aber nicht dauerhaft, denn das ist, die Gründe hierfür möchte ich nicht näher erläutern, tatsächlich unerträglich. Insofern wird sie, abgesehen von dem verbliebenen familiären Bund, einen einsamen Tod sterben. Und ihr fällt ja schon jetzt oft die Decke auf den Kopf. Bis zum März kommenden Jahres wird sie noch arbeiten, dann geht sie selbst in Rente. Ab diesem Zeitpunkt wird sich alles, selbst wenn meine Eltern wider Erwarten doch noch zusammenbleiben sollten, verschlimmern. Meine Mutter hat dann nämlich gar keine Abwechslung und Ansprache mehr. Es ist sogar so, dass sie nach, eigentlich auch schon während ihres Urlaubs, froh war, endlich wieder arbeiten zu können, weil ihr das harmonische Arbeitsklima vor Ort sehr gut tat.
Davon abgesehen weiß ich nicht, wie das mein Vater, der eine Trennung wohl selbst gutheißt, heute mit seinem Spruch hält, dass er sie umbringen wird, wenn sie sich von ihm trennt.
Lässt es sein italienischer Stolz zu, dass sich meiner Mutter, wenn vielleicht auch nur kurzfristig, denn langfristig, aber das schrieb ich ja bereits weiter oben, wird es unter den derzeitigen Umständen kein Mensch mit ihr aushalten, ein anderer Mann an ihre Seite gesellt?
Und was ist mit ihrem Krebs? Wird er leichter wiederkehren, wenn sie noch mehr alleine ist?
Vorhin sagte sie, dass es ihren Tod bedeuten würde, wenn sie bei ihm bliebe, andererseits ist Einsamkeit auch ein sehr schmerzliches Gefühl. Meine Mutter meinte, dass sie sich jetzt mehrere Tage angeschwiegen hätten, was ja auch einer zweisamen Einsamkeit gleicht. Ich mache mir einfach Sorgen. Klar möchte ich, dass es beiden gut geht, aber sind sie in der Lage, die Trennung so zu bewerkstelligen, dass keiner mit größeren Verletzungen, um sinnbildlich mal eine sehr geschonte Ausdrucksweise zu gebrauchen, davonkommt?
Inzwischen habe ich meine Schwester angerufen, sie gefragt, ob sie „es“ schon wisse. „Eigentlich“, meinte sie, die diese Tatsache für gutheißt, „hätten die beiden das schon damals tun sollen, als wir noch klein waren“. Sie könne meinen Vater, zu dem sie regelmäßigen Kontakt hält, verstehen. „Früher war er das Schreckgespenst, jetzt ist es Mama“, fügte sie hinzu.
Meine Schwester meinte auch, dass sie sich sicher sei, dass wenn meine Eltern weiter zusammen blieben, es im wahrsten Sinne des Wortes zu Mord und Todschlag komme, spätestens dann, wenn meine Mutter auch Rentnerin ist. Sie erwähnte auch, dass mein Vater ihr gegenüber schon vier Mal von Trennung gesprochen habe, er heute wesentlich ruhiger sei als damals, er sich für damals auch entschuldigt habe und er, wenn er über meine Mutter spricht, sagt, dass er es einfach nicht mehr aushalte, dabei aber nicht bösartig über sie herziehe oder lästere und darüber hinaus auch sagt, dass sie gute Seiten hätte. Ich selbst kann dazu nichts sagen, da mein Vater für mich die Person ist, mit der ich, ohne dass es einen konkreten Anlass dazu gibt, am schlechtesten reden kann. Wir sind nicht verstritten, nein, gar nicht, ich kann einfach nur nicht mit ihm reden, weshalb ich über ihn auch kaum etwas weiß, was seine Gefühls- und Denkwelt betrifft, und meiner Schwester insofern einfach Glauben schenke.
Seltsam, habe das Gefühl, mich im freien Fall zu befinden – keiner da, der mich auffängt. Wird wohl ziemlich knallen, wenn ich auf der harten Boden der Realität lande. Klänge es nicht so dramatisch, würde ich sogar behaupten, dass es sich ein bisschen wie Sterben anfühlt, obwohl ich dazu ja eigentlich nichts sagen kann.
Früher, als wir, die Kinder, noch zuhause wohnten, sagte mein Vater wortwörtlich, dass er meine Mutter, wenn sie sich einmal von ihm trennen wird, umbringen wird, was er damals – und dafür würde ich beide Hände ins Feuer legen – auch gemacht hätte. Wie das heute ist, kann ich überhaupt nicht sagen. Meine Mutter meinte, dass es für beide unerträglich sei. Sie klang relativ gefasst, als sie das sagte. Im Moment weiß ich gar nicht, was ich denken oder fühlen soll. Klar hat er sie eingeengt – sie durfte nicht rauchen (inzwischen raucht sie zwar freiwillig nicht mehr, weil ihr 2003 der Krebs im Unterleib einen Schlag vor den Bug gegeben hat, aber wenn sie es einst tatsächlich mal getan hat, was vielleicht zwei oder drei Mal in der Woche vorkam, hat er ihr, wenn er sie erwischt hat, die brennende Zigarette am Körper ausgedrückt oder sie gegen die Heizung geworfen oder ihr das schmutzige Autowaschwasser über den Kopf geschüttet und dgl. mehr), nicht mal ein Handy haben, was sie heimlich aber doch hat, nicht mit anderen ausgehen, obwohl sie das wahrscheinlich, weil sie sowieso keine Freunde hat, ehe nicht täte, außer vielleicht mal zur Weihnachtsfeier mit den Arbeitskollegen, aber schon das war meinem Vater nicht Recht, womit er jetzt bei denen, die diesen Text lesen, bestimmt in einem SEHR schlechten Licht steht, obwohl das gar nicht meine Intention ist.
All meine eben gemachten Ausführungen beziehen sich auf meine familiäre Vergangenheit, deren Erfahrungswerte – bis auf die Geschichte mit dem Handy - über 20 Jahre zurückliegen. Wie die beiden das in den letzten Jahren/Jahrzehnten miteinander aushielten, entzieht sich meinem Kenntnisstand, wobei ich aber dachte oder zumindest glauben wollte, dass es vielleicht besser geworden wäre, auch weil wir Kinder als Stressfaktor nicht mehr zuhause wohnen und sich dadurch Vieles entspannt haben könnte.
Warum es ausgerechnet jetzt zum Ausbruch kam?
Bis zum Sommer hat mein Vater noch gearbeitet, war, weil er eine eigene Pizzeria hatte, fast kaum, bis auf Dienstag, dem Ruhetag, zuhause, so dass das Miteinander doch recht kärglich verlief. Inzwischen hat er den Rentner-Status inne, ist quasi immer zuhause, womit persönliche „Kollisionen“ kaum mehr ausbleiben.
Irgendwie dachte ich, dass das, obwohl es statistisch betrachtet, ja nichts Außergewöhnliches ist, immer nur andere Eltern praktizieren, aber die meinigen? Seit dem Tod meiner Oma 2005 ist sowieso sehr vieles zerrüttet, was an Familienbande noch da war; dieses Jahr hat sich meine Schwester erneut – wie schon vor einigen Jahren, wobei meine Oma das damals wieder kittete – mit meiner Mutter, die ganz gewiss alles andere als leicht ist, überworfen. Meine beiden Geschwister, die sich noch bis im Sommer ein gemeinsames Haus teilten, ebenfalls. Meine Schwester zog aus und kaufte sich ein eigenes Haus.
Worüber ich mir jetzt Sorgen mache, ist folgendes: Ich bin mir sicher, SEHR sicher, dass meine Mutter, über die ich definitiv nicht schimpfen möchte, mit ihrer wirklich äußerst seltsamen Art, niemals mehr einen Mann an ihrer Seite finden wird. Kurzfristig vielleicht schon, aber nicht dauerhaft, denn das ist, die Gründe hierfür möchte ich nicht näher erläutern, tatsächlich unerträglich. Insofern wird sie, abgesehen von dem verbliebenen familiären Bund, einen einsamen Tod sterben. Und ihr fällt ja schon jetzt oft die Decke auf den Kopf. Bis zum März kommenden Jahres wird sie noch arbeiten, dann geht sie selbst in Rente. Ab diesem Zeitpunkt wird sich alles, selbst wenn meine Eltern wider Erwarten doch noch zusammenbleiben sollten, verschlimmern. Meine Mutter hat dann nämlich gar keine Abwechslung und Ansprache mehr. Es ist sogar so, dass sie nach, eigentlich auch schon während ihres Urlaubs, froh war, endlich wieder arbeiten zu können, weil ihr das harmonische Arbeitsklima vor Ort sehr gut tat.
Davon abgesehen weiß ich nicht, wie das mein Vater, der eine Trennung wohl selbst gutheißt, heute mit seinem Spruch hält, dass er sie umbringen wird, wenn sie sich von ihm trennt.
Lässt es sein italienischer Stolz zu, dass sich meiner Mutter, wenn vielleicht auch nur kurzfristig, denn langfristig, aber das schrieb ich ja bereits weiter oben, wird es unter den derzeitigen Umständen kein Mensch mit ihr aushalten, ein anderer Mann an ihre Seite gesellt?
Und was ist mit ihrem Krebs? Wird er leichter wiederkehren, wenn sie noch mehr alleine ist?
Vorhin sagte sie, dass es ihren Tod bedeuten würde, wenn sie bei ihm bliebe, andererseits ist Einsamkeit auch ein sehr schmerzliches Gefühl. Meine Mutter meinte, dass sie sich jetzt mehrere Tage angeschwiegen hätten, was ja auch einer zweisamen Einsamkeit gleicht. Ich mache mir einfach Sorgen. Klar möchte ich, dass es beiden gut geht, aber sind sie in der Lage, die Trennung so zu bewerkstelligen, dass keiner mit größeren Verletzungen, um sinnbildlich mal eine sehr geschonte Ausdrucksweise zu gebrauchen, davonkommt?
Inzwischen habe ich meine Schwester angerufen, sie gefragt, ob sie „es“ schon wisse. „Eigentlich“, meinte sie, die diese Tatsache für gutheißt, „hätten die beiden das schon damals tun sollen, als wir noch klein waren“. Sie könne meinen Vater, zu dem sie regelmäßigen Kontakt hält, verstehen. „Früher war er das Schreckgespenst, jetzt ist es Mama“, fügte sie hinzu.
Meine Schwester meinte auch, dass sie sich sicher sei, dass wenn meine Eltern weiter zusammen blieben, es im wahrsten Sinne des Wortes zu Mord und Todschlag komme, spätestens dann, wenn meine Mutter auch Rentnerin ist. Sie erwähnte auch, dass mein Vater ihr gegenüber schon vier Mal von Trennung gesprochen habe, er heute wesentlich ruhiger sei als damals, er sich für damals auch entschuldigt habe und er, wenn er über meine Mutter spricht, sagt, dass er es einfach nicht mehr aushalte, dabei aber nicht bösartig über sie herziehe oder lästere und darüber hinaus auch sagt, dass sie gute Seiten hätte. Ich selbst kann dazu nichts sagen, da mein Vater für mich die Person ist, mit der ich, ohne dass es einen konkreten Anlass dazu gibt, am schlechtesten reden kann. Wir sind nicht verstritten, nein, gar nicht, ich kann einfach nur nicht mit ihm reden, weshalb ich über ihn auch kaum etwas weiß, was seine Gefühls- und Denkwelt betrifft, und meiner Schwester insofern einfach Glauben schenke.
Seltsam, habe das Gefühl, mich im freien Fall zu befinden – keiner da, der mich auffängt. Wird wohl ziemlich knallen, wenn ich auf der harten Boden der Realität lande. Klänge es nicht so dramatisch, würde ich sogar behaupten, dass es sich ein bisschen wie Sterben anfühlt, obwohl ich dazu ja eigentlich nichts sagen kann.
pattyv - am Sonntag, 30. Dezember 2007, 13:09 - Rubrik: Kaum zu glauben
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Was für ein Tag! Selten soviel überraschende Höhen und Tiefen in solch einer kurzen Zeitspanne durchlebt.
Mit eines der wichtigsten Ereignisse dieses Tages war für mich die Tatsache, dass nach dem heutigen Tag Hiobsbotschaft Nummer 1 nach einer strapaziösen Woche - weil erledigt - ad acta gelegt wird. Für einen Moment hat sie es heute aber doch noch einmal vermocht, sicherlich mit bedingt durch meine derzeitig mimosenhafte Sensibilität, mich Tränen vergießen zu lassen. Ein salziges Rinnsaal, das mich heute immer wieder einmal durch den Tag geleitete, obwohl er sich später als durchaus erfreulich erwies.
Doch zurück zu den Anfängen …
Episode 1: Mangelnde Aufmerksamkeit
Der erste Tränenschub floss gleich schon am Morgen, resultierte aus einem Gespräch mit einem Freund, mit dem ich üblicherweise Freud und Leid teile, dem ich etwas Wichtiges mitteilen wollte, bei diesem Telefonat aber das Gefühl hatte, dass er mir nicht die Aufmerksamkeit schenkt, die ich zu diesem Thema gerne gehabt hätte. Mich schockte die Tatsache, ihn nebenbei ein Anschreiben formulieren zu hören, was mich verstummen und auflegen – eine nicht gerade sehr löbliche Eigenart von mir – ließ. Nein, er ist deswegen nicht der Buhmann und Ja, wir haben mittlerweile darüber geredet, wenngleich erst Stunden später.
Episode 2: Knüppelharte Wahrheit
Als ich am späten Vormittag vom Joggen zurückkam, begegnete mir vor der Haustüre eine ältere Nachbarin, die ich auf ca. 72 Jahre schätze. Seltsamerweise schien sie mich, die ich ihr schon einige wenige Male die Einkaufstüten nach oben getragen hatte, damals allerdings noch mit meiner alten Frisur, die ich seit dem 18. September nicht mehr trage, nicht zu erkennen oder zumindest nicht eindeutig, denn sonst hätte sich folgender Dialog nicht ergeben:
Sie: „Sie gehören hier nicht ins Haus, oder?“
Ich: „Doch“
Sie: „Sie sind aber nicht die Frau, die ganz oben wohnt, die mit den Kringeln (??!!), die mit dem Freund, die, deren Auto (zeigte auf das Auto) ganz außen steht?“
Ich: „Doch, die bin ich“
Sie: „Aber Sie sehen so anders aus“
Ich: „Ja, ich habe eine neue Frisur“
Sie: „Ja, aber Sie sehen so alt aus“
Ich: „ …“ [ohne Worte]
Das war dann Schock Nummer 2 des Tages.
Episode 3: Überraschendes Nachspiel
Wesentlich fröhlicher ging es dann im Verlag zu. Dort fand ich ein an mich adressiertes Päckchen auf dem Schreibtisch liegen. In selbigem befand sich ein Buch und eine Karte, das mir der 81-jährige Pfarrer, mit dem ich vor gut zwei Wochen ein Gespräch führte, geschenkt hatte. Ich war dermaßen gerührt, dass ich ein weiteres Mal, schon das dritte Mal an diesem Tag, sprachlos war, bevor ich dann aber doch in Begeisterungsreden ausbrach. Ich weiß nicht warum, aber scheinbar habe ich bei diesem beherzten Menschen, mit dem ich mich über Leben und Tod unterhielt, Eindruck hinterlassen.
Und was stand auf der handgeschriebenen Karte?
Auf der linken Seite: „Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens“ [Lukas 1, 78-79]
Auf der rechten Seite: Werte Frau (mein Name), über unser Gespräch am 27.11. habe ich mich sehr gefreut. Sie haben ganz offen und frei wesentliche Fragen gestellt. Um Ihnen da ein wenig weiterzuhelfen, schenke ich Ihnen das beigefügte Buch von Professor Dr. Werner Gitt „Fragen“. Ich nehme es selbst immer wieder einmal in die Hand. Und es hat mir geholfen. Möge es auch Ihnen die eine oder andere Frage beantworten.
Mit freundlichen Gruß und Segenswünschen
(sein Name)
Manchmal zweifle ich daran, dass mich Menschen gerne mögen können. Als ich aber die Karte las, hat mir das diesbezüglich sehr viel Mut und Kraft gespendet, vornehmlich wohl auch deshalb, weil dieser Pfarrer das aus freien Stücken getan hat, er sich durch diese Geste auch keinerlei Vorteil erhoffen könnte, es also aus rein menschlichen Beweggründen resultierte, was mich glücklich gemacht hat.
Episode 4: Überraschendes Lob
Ich weiß auch hier nicht warum, vielleicht hatte eine „höhere Macht“ aufgrund der anstrengenden zurückliegenden sieben Tage oder vielleicht auch den ersten beiden erwähnten Episoden ein tröstendes Einsehen mit mir, aber ich erhielt heute von höchster Stelle Lob aufgrund meines Seins.
Ich zitiere und versuche dabei, nicht rot zu werden: „Ich habe selten jemanden erlebt, der es so vermag, Menschen einzunehmen und mitzureißen wie Sie. Sie verbreiten eine ansteckende Fröhlichkeit. Wenn hier Missmut herrscht und Sie hereinkommen, begeistern Sie die Anderen“.
Da ist mir dann vor Scham wirklich heiß geworden, aber ich habe mich UNGLAUBLICH gefreut.
Mit eines der wichtigsten Ereignisse dieses Tages war für mich die Tatsache, dass nach dem heutigen Tag Hiobsbotschaft Nummer 1 nach einer strapaziösen Woche - weil erledigt - ad acta gelegt wird. Für einen Moment hat sie es heute aber doch noch einmal vermocht, sicherlich mit bedingt durch meine derzeitig mimosenhafte Sensibilität, mich Tränen vergießen zu lassen. Ein salziges Rinnsaal, das mich heute immer wieder einmal durch den Tag geleitete, obwohl er sich später als durchaus erfreulich erwies.
Doch zurück zu den Anfängen …
Episode 1: Mangelnde Aufmerksamkeit
Der erste Tränenschub floss gleich schon am Morgen, resultierte aus einem Gespräch mit einem Freund, mit dem ich üblicherweise Freud und Leid teile, dem ich etwas Wichtiges mitteilen wollte, bei diesem Telefonat aber das Gefühl hatte, dass er mir nicht die Aufmerksamkeit schenkt, die ich zu diesem Thema gerne gehabt hätte. Mich schockte die Tatsache, ihn nebenbei ein Anschreiben formulieren zu hören, was mich verstummen und auflegen – eine nicht gerade sehr löbliche Eigenart von mir – ließ. Nein, er ist deswegen nicht der Buhmann und Ja, wir haben mittlerweile darüber geredet, wenngleich erst Stunden später.
Episode 2: Knüppelharte Wahrheit
Als ich am späten Vormittag vom Joggen zurückkam, begegnete mir vor der Haustüre eine ältere Nachbarin, die ich auf ca. 72 Jahre schätze. Seltsamerweise schien sie mich, die ich ihr schon einige wenige Male die Einkaufstüten nach oben getragen hatte, damals allerdings noch mit meiner alten Frisur, die ich seit dem 18. September nicht mehr trage, nicht zu erkennen oder zumindest nicht eindeutig, denn sonst hätte sich folgender Dialog nicht ergeben:
Sie: „Sie gehören hier nicht ins Haus, oder?“
Ich: „Doch“
Sie: „Sie sind aber nicht die Frau, die ganz oben wohnt, die mit den Kringeln (??!!), die mit dem Freund, die, deren Auto (zeigte auf das Auto) ganz außen steht?“
Ich: „Doch, die bin ich“
Sie: „Aber Sie sehen so anders aus“
Ich: „Ja, ich habe eine neue Frisur“
Sie: „Ja, aber Sie sehen so alt aus“
Ich: „ …“ [ohne Worte]
Das war dann Schock Nummer 2 des Tages.
Episode 3: Überraschendes Nachspiel
Wesentlich fröhlicher ging es dann im Verlag zu. Dort fand ich ein an mich adressiertes Päckchen auf dem Schreibtisch liegen. In selbigem befand sich ein Buch und eine Karte, das mir der 81-jährige Pfarrer, mit dem ich vor gut zwei Wochen ein Gespräch führte, geschenkt hatte. Ich war dermaßen gerührt, dass ich ein weiteres Mal, schon das dritte Mal an diesem Tag, sprachlos war, bevor ich dann aber doch in Begeisterungsreden ausbrach. Ich weiß nicht warum, aber scheinbar habe ich bei diesem beherzten Menschen, mit dem ich mich über Leben und Tod unterhielt, Eindruck hinterlassen.
Und was stand auf der handgeschriebenen Karte?
Auf der linken Seite: „Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens“ [Lukas 1, 78-79]
Auf der rechten Seite: Werte Frau (mein Name), über unser Gespräch am 27.11. habe ich mich sehr gefreut. Sie haben ganz offen und frei wesentliche Fragen gestellt. Um Ihnen da ein wenig weiterzuhelfen, schenke ich Ihnen das beigefügte Buch von Professor Dr. Werner Gitt „Fragen“. Ich nehme es selbst immer wieder einmal in die Hand. Und es hat mir geholfen. Möge es auch Ihnen die eine oder andere Frage beantworten.
Mit freundlichen Gruß und Segenswünschen
(sein Name)
Manchmal zweifle ich daran, dass mich Menschen gerne mögen können. Als ich aber die Karte las, hat mir das diesbezüglich sehr viel Mut und Kraft gespendet, vornehmlich wohl auch deshalb, weil dieser Pfarrer das aus freien Stücken getan hat, er sich durch diese Geste auch keinerlei Vorteil erhoffen könnte, es also aus rein menschlichen Beweggründen resultierte, was mich glücklich gemacht hat.
Episode 4: Überraschendes Lob
Ich weiß auch hier nicht warum, vielleicht hatte eine „höhere Macht“ aufgrund der anstrengenden zurückliegenden sieben Tage oder vielleicht auch den ersten beiden erwähnten Episoden ein tröstendes Einsehen mit mir, aber ich erhielt heute von höchster Stelle Lob aufgrund meines Seins.
Ich zitiere und versuche dabei, nicht rot zu werden: „Ich habe selten jemanden erlebt, der es so vermag, Menschen einzunehmen und mitzureißen wie Sie. Sie verbreiten eine ansteckende Fröhlichkeit. Wenn hier Missmut herrscht und Sie hereinkommen, begeistern Sie die Anderen“.
Da ist mir dann vor Scham wirklich heiß geworden, aber ich habe mich UNGLAUBLICH gefreut.
pattyv - am Mittwoch, 12. Dezember 2007, 23:59 - Rubrik: Kaum zu glauben
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Heute habe ich sie überschritten, die magische 1-Stunden-Grenze beim Joggen. Vor sechs Wochen habe mit dem Training begonnen und jetzt endlich das selbst gesteckte Ziel der Zeit erreicht. Jetzt muss möchte ich nur noch mein Tempo beschleunigen, da mich wahrscheinlich selbst die Schnecken in den Weinbergen wegen meiner Gemächlichkeit belächeln, aber in der Hinsicht bin ich geduldiger mit mir.
pattyv - am Dienstag, 1. Mai 2007, 13:56 - Rubrik: Kaum zu glauben
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Des Wahnsinns nicht genug, nein, mein Onkel wütet weiter. Diesmal hat er meinen Bruder bei meinem Opa schlecht gemacht. Zur Hintergrundinfo sei gesagt, dass mein Bruder mit seiner 8-jährigen Tochter Alina meinen Opa sonntäglich besucht, der dieser jedes Mal ein bisschen Bargeld mitgibt (wie viel weiß ich nicht, auf jeden Fall sind keine Scheine dabei). Klar, dass Alina dieses Münzen ihrem Papa gibt, der selbige für sie spart.
Einfallsreicherweise hat mein Onkel meinem Opa den Floh ins Ohr gesetzt, dass mein Bruder dieses Geld veruntreue und für Drogen ausgebe. Dass mein Bruder auf die gezielte Nachfrage von meinem Opa hin fast aus allen Wolken fiel, ist sicherlich verständlich. Meiner Schwester dichtete er zudem die Zugehörigkeit zu einer Sekte an.
Mit welcher Überraschung er mich bei meinem Opa auszugrenzen versucht, blieb mir bis jetzt verborgen, aber ich bin mir sicher, dass er auch hier nicht träge war.
Einfallsreicherweise hat mein Onkel meinem Opa den Floh ins Ohr gesetzt, dass mein Bruder dieses Geld veruntreue und für Drogen ausgebe. Dass mein Bruder auf die gezielte Nachfrage von meinem Opa hin fast aus allen Wolken fiel, ist sicherlich verständlich. Meiner Schwester dichtete er zudem die Zugehörigkeit zu einer Sekte an.
Mit welcher Überraschung er mich bei meinem Opa auszugrenzen versucht, blieb mir bis jetzt verborgen, aber ich bin mir sicher, dass er auch hier nicht träge war.
pattyv - am Mittwoch, 3. Januar 2007, 18:48 - Rubrik: Kaum zu glauben
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Im Bewusstsein, heute niemandem außer mir selbst genügen zu müssen, fing der Tag so richtig schön an. Hätte ich geahnt, wie er endet, wäre wohl im Vorfeld schon jegliches Wohlgefühl im Keim erstickt gewesen.
„Heute machst Du nur das, worauf DU Lust hast“ war das mich geleitende Motto, das mich schon morgens mit einer beständigen Gemächlichkeit im Bett hat liegen lassen, obwohl ich meinen Reichtum an Zeit bereits am Vorabend mit luxuriösen Möglichkeiten wie Faulenzen, ein Buch lesen, ins Kino gehen, im Bett liegen bleiben, ein langes, ausgiebiges Bad nehmen oder auch einem Hörspiel verplante. Die Welt war mein und das erfüllte mich mit durchdringender Freude, bis ich schließlich am Abend meine weinende Mutter am Telefon hatte.
Zuerst dachte ich, dass mein Opa gestorben sei, aber dieser erfreute sich glücklicherweise bester Gesundheit, obwohl er ungewollt zum Zuschauer einer brutalen Szene wurde.
Meine Mutter weinte so bitterlich und niedergeschmettert, dass es mir wehtat, sie so zu hören. Ich war verzweifelt, weil ich nicht wusste, was ich zum Trost hätte sagen sollen.
Wie soll ich sie auch trösten, wenn der eigene Bruder tätlich gegen sie vorgeht, und so sehr auf sie einprügelt, dass sie dieser Attacke, bei der sie nach eigenen Auskünften Todesangst hatte, nur noch mit blauen und grünen Flecken entkommt?
Und warumverlor er seinen Verstand reagierte er, ihr Bruder, so grausam entmenscht? Weil sie, meine Mutter, ihm - im Guten Glauben - zwei Bücher über das Leben nach dem Tod geschenkt hat.
Er wertete das als Affront gegen meine vor 1,5 Jahren verstorbene Oma, seiner Mutter, mit der er über diese zwei Bücher schon gesprochen haben will.
Dass er meiner Mutter diese Bücher vor die Füße schmeißt, ist das eine, dafür hätte ich im weitesten Sinn ja sogar noch Verständnis, obwohl ich das auch nicht anständig gefunden hätte. Dass er sie aber zudem auch noch schlägt und in der Wohnung gegen ihren Willen festhält und das vor den Augen meines Opas, der zwar geistig topfit, dafür aber körperlich nicht mehr wirklich standfest auf den Beinen ist, schlägt dem Fass den Boden aus. Mein Opa beschrieh meinen Onkel, doch dieser war wie in Trance und ließ meine Mutter nicht los.
"Dass ich das mit meinen 62 Jahren noch erleben muss?", schluchzte sie.
Was ist das für eine Welt?
2003 hatte meine Mutter Krebs, musste sich einer Totaloperation unterziehen, die ihr noch heute Beschwerden verursacht. Seitdem befürchte ich, dass er wieder ausbrechen könnte, wie bei so vielen Menschen, die ich kannte, die in der Vergangenheit als (vorübergehend) "geheilt" galten und dann nach einem Rezidiv doch starben. Vielleicht mag es belächenswert klingen, aber ich bin der Ansicht, dass verletzende Erlebnisse oder solche, die sie sehr aufwühlen, die Rückkehr des Krebses bei meiner Mutter fördern.
Und mit dieser Angst lebe ich seit 2003 und versuche – soweit ich es vermag – meine Mutter vor genau solchen Erfahrungen zu schützen oder sie mit positiven Erlebnissen aufzuwiegen. Dass mein Onkel, ihr Bruder, ihr das bewusst zufügt, also meinem Verständnis gemäß sie diesem Risiko aussetzt oder selbst dazu beiträgt, macht mich sprachlos, einfach nur absolut sprachlos und wütend.
„Heute machst Du nur das, worauf DU Lust hast“ war das mich geleitende Motto, das mich schon morgens mit einer beständigen Gemächlichkeit im Bett hat liegen lassen, obwohl ich meinen Reichtum an Zeit bereits am Vorabend mit luxuriösen Möglichkeiten wie Faulenzen, ein Buch lesen, ins Kino gehen, im Bett liegen bleiben, ein langes, ausgiebiges Bad nehmen oder auch einem Hörspiel verplante. Die Welt war mein und das erfüllte mich mit durchdringender Freude, bis ich schließlich am Abend meine weinende Mutter am Telefon hatte.
Zuerst dachte ich, dass mein Opa gestorben sei, aber dieser erfreute sich glücklicherweise bester Gesundheit, obwohl er ungewollt zum Zuschauer einer brutalen Szene wurde.
Meine Mutter weinte so bitterlich und niedergeschmettert, dass es mir wehtat, sie so zu hören. Ich war verzweifelt, weil ich nicht wusste, was ich zum Trost hätte sagen sollen.
Wie soll ich sie auch trösten, wenn der eigene Bruder tätlich gegen sie vorgeht, und so sehr auf sie einprügelt, dass sie dieser Attacke, bei der sie nach eigenen Auskünften Todesangst hatte, nur noch mit blauen und grünen Flecken entkommt?
Und warum
Er wertete das als Affront gegen meine vor 1,5 Jahren verstorbene Oma, seiner Mutter, mit der er über diese zwei Bücher schon gesprochen haben will.
Dass er meiner Mutter diese Bücher vor die Füße schmeißt, ist das eine, dafür hätte ich im weitesten Sinn ja sogar noch Verständnis, obwohl ich das auch nicht anständig gefunden hätte. Dass er sie aber zudem auch noch schlägt und in der Wohnung gegen ihren Willen festhält und das vor den Augen meines Opas, der zwar geistig topfit, dafür aber körperlich nicht mehr wirklich standfest auf den Beinen ist, schlägt dem Fass den Boden aus. Mein Opa beschrieh meinen Onkel, doch dieser war wie in Trance und ließ meine Mutter nicht los.
"Dass ich das mit meinen 62 Jahren noch erleben muss?", schluchzte sie.
Was ist das für eine Welt?
2003 hatte meine Mutter Krebs, musste sich einer Totaloperation unterziehen, die ihr noch heute Beschwerden verursacht. Seitdem befürchte ich, dass er wieder ausbrechen könnte, wie bei so vielen Menschen, die ich kannte, die in der Vergangenheit als (vorübergehend) "geheilt" galten und dann nach einem Rezidiv doch starben. Vielleicht mag es belächenswert klingen, aber ich bin der Ansicht, dass verletzende Erlebnisse oder solche, die sie sehr aufwühlen, die Rückkehr des Krebses bei meiner Mutter fördern.
Und mit dieser Angst lebe ich seit 2003 und versuche – soweit ich es vermag – meine Mutter vor genau solchen Erfahrungen zu schützen oder sie mit positiven Erlebnissen aufzuwiegen. Dass mein Onkel, ihr Bruder, ihr das bewusst zufügt, also meinem Verständnis gemäß sie diesem Risiko aussetzt oder selbst dazu beiträgt, macht mich sprachlos, einfach nur absolut sprachlos und wütend.
pattyv - am Mittwoch, 3. Januar 2007, 01:57 - Rubrik: Kaum zu glauben
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