Ob ich noch lebe? Ja, gewiss, obwohl ich manchmal derart verzweifelt bin, dass ich mir etwas anderes wünsche, auch das ist hinlänglich bekannt. Mit einem langjährigen Freund aus meiner Jugendzeit, der das Leben ähnlich, identisch wäre mir ein zu gewagter Begriff, wie ich betrachtet, habe ich diese Woche ein Versprechen vereinbart: wer auch immer von uns beiden einmal willentlich aus dem Leben schwindet, sollte einer denn dazu tatsächlich dem Mut aufbringen, werden wir nicht scheiden, ohne einander Adieu zu sagen – in letzter Verbundenheit quasi. Obwohl wir uns schon Jahre, 10 bis 15 auf jeden Fall, nicht mehr gesehen haben, gleichwohl uns nur rund 50 Kilometer trennen, fühle ich mich ihm gegenüber vertraut. Mag sein, auch wenn es paradox klingt, dass die physische Distanz und die Spärlichkeit unseres Kontaktes dazu beiträgt, dass dieses Verstehen erst möglich wird, was letztlich als ursächliche Begründung auch egal ist, wenn wir uns beide bei dem anderen in der Mitteilung unserer – selbst oftmals absurd erscheinenden - Gedanken gut aufgehoben fühlen.
pattyv - am Donnerstag, 14. August 2008, 10:40 - Rubrik: Ein neuer Tag