Job
Und täglich grüßt das Murmeltier – alles wiederholt sich! Tag für Tag, Woche für Woche. Zu dem, was ich mir täglich vornehme, komme ich unter der Woche immer nur sehr bedingt, es sei denn ich verweile SEHR lange vor Ort, vor allen Dingen dann, wenn alle anderen das Büro schon verlassen haben und die Dunkelheit sich allmählich über die Stadt wirft. Inzwischen bin ich von dem ganzen Pausen nicht kennenden Prozedere so verbraucht wie ein alter Kaugummi, den man schon einige Nächte auf dem Nachttisch deponiert hat, um ihn am nächsten Morgen erneut in den Mund zu stecken, darauf hoffend, ihm die letzten geschmacklichen Reste, die sowieso schon längst verwirkt waren, zu entlocken.
Samstag und Sonntag gibt’s zum Glück ja auch. Andere Leute erholen sich an diesen zumeist beiden freien Tagen, die ich wiederum dazu nutze, endlich in Ruhe arbeiten zu können.
Irgendwo hat alles seine natürliche Grenzen: kein Mensch wird älter als 150 Jahre, Frischmilch, so vermute ich, wird spätestens nach 10 Tagen sauer; ja, selbst die Merkfähigkeit noch so gewiefter Kumpanen ist irgendwo begrenzt. Und genau an diesem Punkt scheine ich nun zu sein. Mag sein, dass mein Level grundsätzlich wesentlich geringer als bei anderen ist und ich insofern im Kampf ums Dasein einfach ein Loser bin oder anders: die Grenze meiner persönlichen Belastbarkeit erreicht habe. Woran ich das erkenne?
Meine Nerven liegen blank. Mich braucht bloß ein symbolischer Windhauch berühren und schon fange ich an zu weinen. Ich – die gedachte Souveränität - kann’s derzeit leider nicht ändern, ersehne stattdessen bessere Zeiten.
Samstag und Sonntag gibt’s zum Glück ja auch. Andere Leute erholen sich an diesen zumeist beiden freien Tagen, die ich wiederum dazu nutze, endlich in Ruhe arbeiten zu können.
Irgendwo hat alles seine natürliche Grenzen: kein Mensch wird älter als 150 Jahre, Frischmilch, so vermute ich, wird spätestens nach 10 Tagen sauer; ja, selbst die Merkfähigkeit noch so gewiefter Kumpanen ist irgendwo begrenzt. Und genau an diesem Punkt scheine ich nun zu sein. Mag sein, dass mein Level grundsätzlich wesentlich geringer als bei anderen ist und ich insofern im Kampf ums Dasein einfach ein Loser bin oder anders: die Grenze meiner persönlichen Belastbarkeit erreicht habe. Woran ich das erkenne?
Meine Nerven liegen blank. Mich braucht bloß ein symbolischer Windhauch berühren und schon fange ich an zu weinen. Ich – die gedachte Souveränität - kann’s derzeit leider nicht ändern, ersehne stattdessen bessere Zeiten.
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Manchmal kommt es anders - anders und unvorhersehbarer als man denkt, was auch zu diesem Foto führte, das gestern bei der Fotosession entstand.
Tjaaaa, und wenn man nicht immer und überall seine Augen und Ohren offen hält, landet man überraschender Weise auch mal selbst im Objektiv der Kamera.
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Chaos ohne Ende!
Es kam wieder mal anders. Der Termin wurde - seit Oktober - jetzt zum x-ten Mal verschoben. Vielleicht auf heute Nachmittag, vielleicht auch auf irgendwann ...
Jetzt bin ich echt genervt!
Es kam wieder mal anders. Der Termin wurde - seit Oktober - jetzt zum x-ten Mal verschoben. Vielleicht auf heute Nachmittag, vielleicht auch auf irgendwann ...
Jetzt bin ich echt genervt!
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In einem Punkt habe ich wirklich ein großes Talent, für welches, würde ich dafür bezahlt werden, mittlerweile schon vermögend wäre: in dem des „mich verrückt machens“.
Puuhhhh, noch rund zwei Stunden, dann erfolgt das Gespräch der Gespräche, wegen welchem ich diese Nacht auch so gut wie gar nicht geschlafen habe. Hoffentlich fange ich nicht an zu stottern, wobei das auch wieder ein ungewolltes Markenzeichen von mir ist. Der Nervosität wegen habe ich mir sogar einen Zettel geschrieben, auf dem ich mir die Themen, die mir wichtig sind, niedergeschrieben habe, zumindest stichpunktartig.
Mein Magen rebelliert. Leider bin ich nicht souverän genug, um mir selbst Mut zuzusprechen. Ich atme flach, versuche krampfhaft tief Luft zu holen, intensiv auszuatmen, doch die Angespanntheit hat mich im Griff. Wenn es doch nur schon vorbei wäre! Es fühlt sich sogar extremer an als vor zwei Jahren, als ich mich im Verlag zum ersten Vorstellungsgespräch einfand. Oder täuscht das, weil die Vergangenheit emotional nicht die Tragweite eines aktuellen Gefühls bemisst? Ich kann es nicht sagen.
Ein ähnliches Gefühl hatte ich damals bei den Abiturprüfungen, vor denen ich mich Woche um Woche mehr ängstigte. Ich war dann wirklich unglaublich erleichtert, als sie endlich anfingen, weil ich wusste, dass es dann auch endlich mal vorbei gehen würde. Insofern bin ich doch auch froh, dass dieses Gespräch heute erfolgt, denn ab diesem Zeitpunkt, der bedrohlich näher rückt, kann ich mich mit Fakten - und nicht mehr mit eigens ersonnenen Gedanken - auseinandersetzen.
Wie kann man nur sooooooo nervös sein?
Puuhhhh, noch rund zwei Stunden, dann erfolgt das Gespräch der Gespräche, wegen welchem ich diese Nacht auch so gut wie gar nicht geschlafen habe. Hoffentlich fange ich nicht an zu stottern, wobei das auch wieder ein ungewolltes Markenzeichen von mir ist. Der Nervosität wegen habe ich mir sogar einen Zettel geschrieben, auf dem ich mir die Themen, die mir wichtig sind, niedergeschrieben habe, zumindest stichpunktartig.
Mein Magen rebelliert. Leider bin ich nicht souverän genug, um mir selbst Mut zuzusprechen. Ich atme flach, versuche krampfhaft tief Luft zu holen, intensiv auszuatmen, doch die Angespanntheit hat mich im Griff. Wenn es doch nur schon vorbei wäre! Es fühlt sich sogar extremer an als vor zwei Jahren, als ich mich im Verlag zum ersten Vorstellungsgespräch einfand. Oder täuscht das, weil die Vergangenheit emotional nicht die Tragweite eines aktuellen Gefühls bemisst? Ich kann es nicht sagen.
Ein ähnliches Gefühl hatte ich damals bei den Abiturprüfungen, vor denen ich mich Woche um Woche mehr ängstigte. Ich war dann wirklich unglaublich erleichtert, als sie endlich anfingen, weil ich wusste, dass es dann auch endlich mal vorbei gehen würde. Insofern bin ich doch auch froh, dass dieses Gespräch heute erfolgt, denn ab diesem Zeitpunkt, der bedrohlich näher rückt, kann ich mich mit Fakten - und nicht mehr mit eigens ersonnenen Gedanken - auseinandersetzen.
Wie kann man nur sooooooo nervös sein?
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10 Uhr: Pressekonferenz (PK). Ich kam gerade noch rechtzeitig, erhaschte den letzten Platz. Den, den verständlicherweise niemand haben wollte, da der Platz neben der Vorstandsvorsitzenden immer auch im Blickfeld der Kameras war.
10.53 Uhr: Anruf. Ich solle nach der PK, nachdem ich in einem Lokal in der Stadtmitte die Photos für das Tourismusmagazin gemacht habe, noch zu einer weiteren lukullischen Stätte am Hafen fahren, um dort aus gleichem Grunde einzukehren. Wie lange ich denn noch vor Ort benötigen würde. „Eine Stunde“. „Gut, eine Stunde“. Wenn ich nichts mehr hören würde, sei alles klar, mein Erscheinen angemeldet.
10.54 Uhr: Ende der PK, bin am Aufbrechen zum nächsten Termin.
10.55 Uhr: Plötzlich spricht mich unerwartet jemand (wie ich später erfahre eine freie Mitarbeiterin einer anderen Zeitung) an: „Hast Du eine Kamera dabei?“, worauf ich wahrheitsgetreu und ahnungslos „Ja“ antworte. „Ich hab um elf hier gleich um die Ecke einen Termin, muss ein Bild machen, habe aber meine Kamera vergessen. Könntest Du vielleicht? Nur ganz kurz“ ...
Ich lasse mich darauf ein. Erkläre kurz die Kamera.
Leider nimmt dieser Termin aufgrund der Unzufriedenheit der Ladenbesitzerin auch mehr Zeit in Anspruch als ich dachte. Ich werde ungeduldig.
Noch ein Versuch. Nein, das Bild gefällt wieder nicht. Man sähe die abgebrochenen Nägel ...
Dann komme ich endlich doch noch los.
Ankunft Lokal Innenstadt: Der Chef sei kurz weg, käme aber gleich wieder. Warten. Minuten dehnen sich. Wieso habe ich nichts zum Lesen mitgenommen?
Als ich ihm mein Anliegen verkünde, ist er gar nicht entzückt. Photos? Nein, keine Photos. Das sei doch schon alles geklärt. Man nähme die Photos vom letzten Jahr. Bin verwirrt. Führe, um Klärung zu finden, auf eigene Kosten ein langes Telefonat mit dem Verlag, reiche des Verständnisses wegen auch mein Handy weiter, wo sich ein Diskussionsgerangel entfacht, das schließlich darin endet, dass ich doch Photos machen darf, allerdings ohne den Chef oder seine Angestellten, obwohl das die PR für seinen Laden personifizieren würde. Gut, er ist Kunde - und damit König.
Auf dem Weg zum Parkhaus komme ich am Kaufhof, dem einzigen Geschäft, in dem es noch meinen Lieblingscappuccino gibt, vorbei. Da am Wochenende die Reserven ausgegangen sind, möchte ich die Gelegenheit nutzen, um wieder einen Vorrat zu schaffen, dachte ich zumindest. Das Sortiment ist breit gefächert, von meinen Vanillecappu allerdings weit und breit keine Spur. Hoffe, dass diese Knappheit nur ein temporäres Phänomen ist.
Nun gut, auf zum Parkhaus. Habe um drei Minuten die volle Stunde überschritten, so dass mir gleich eine weitere Stunde in Rechnung gestellt wird. Etwas zähneknirschend zahle ich die geforderten 4,50 Euro, entnehme die Quittung, ... „Zahlung nicht erfolgreich beendet“ leuchtet mir kurz darauf in kleinen, roten Lettern entgegen. Wo bleibt mein Parkschein?
PIEP, PIEP, PIEP quitscht es alarmierend aus dem Automaten. Ich drücke den Notruf. Nach einigem Hin und Her gelingt es mir schließlich doch noch, die Tante am anderen Ende davon zu überzeugen, dass ich bezahlt habe. Ich müsse beim Ausfahren wieder den Notrufknopf drücken, dann würde sie mir die Schranke aufmachen. Gesagt, getan, aber der Automat ist erstmal defekt. Und die sich hinter mir gebildete Schlange musste sich meinetwegen dann auch noch auf einer anderen Etage einen anderen „Geldverschlinger“ suchen.
Nur mal nebenbei bemerkt. Es war schon 12.15 Uhr: Ich hätte schon längst 20 Kilometer weiter sein sollen. Wie gut, dass in der Stadt nicht so viel Verkehr war. Ich kam gut voran. Fand das Lokal am Bootshafen auch ohne Umschweife. Herr M., der Besitzer, war nicht minder angetan ob meiner Erscheinung, wobei seine Entzückung sich aus der Überraschung meines für ihn unerwarteten Kommens nährte. Ich fragte mich, ob ich etwas falsch gemacht habe. „Sie sind doch Herr M., Chef vom Restaurant „soundso“? Da er mir das bejahte, fragte ich ihn (diesmal schlauer), ob ich denn einmal sein Telefon benutzen könne, was er mit erlaubte.
Er wusste nichts von einem Anruf, auch nicht, dass ich heute kommen sollte. Auch er wollte keine Photos. Nicht heute. Nicht so. Ich solle am Samstag kommen, da habe er frischen Fisch, den wolle er auf den Bildern haben. Wie unvorteilhaft, dachte ich mir, da die Ausgabe doch schon Mitte der Woche gedruckt wird. Ehrlich gesagt hatte ich keine Lust mehr. Ich klärte meine Ungereimtheiten am Telefon ab und überließ ihm dann das verbale Gefecht am Apparat, was darin endete, dass er den Auftrag gänzlich stornierte. Danach war ich für diesen Tag erstmal bedient. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle noch erwähnen, dass ich bereits am Freitag mit Herr M. erstmalig telefoniert habe, er mir aber schon zu jenem Zeitpunkt etwas merkwürdig erschien (ich fragte ihn, wann ich denn ggf. für ein Photo vorbeikommen könnte, was ihn so gereizt hatte, dass er zunächst anfing zu schreien und dann das Telefonat abrupt beendete), was er heute nur noch bekräftigen konnte.
Als ich schließlich um 13.20 Uhr ins Büro kam, begegneten mir meine zwei Arbeitskollegen, die telefonisch an den Fiaskos Teil hatten, sehr freundlich. Ich äußerte mich aber doch noch einmal kurz darauf hinweisend, dass es besser wäre, mich heute erstmal nicht mehr anzusprechen.
Inzwischen sind zum Glück schon etliche Stunden vergangen. Wenn ich den Tag in Gedanken Revue passieren und ihn zeitlich im Eiltempo vorübergleiten lasse, kann ich auch jetzt nur noch mit dem Kopf schütteln. Wie kann es sein, dass sich jemand so anstellt?
10.53 Uhr: Anruf. Ich solle nach der PK, nachdem ich in einem Lokal in der Stadtmitte die Photos für das Tourismusmagazin gemacht habe, noch zu einer weiteren lukullischen Stätte am Hafen fahren, um dort aus gleichem Grunde einzukehren. Wie lange ich denn noch vor Ort benötigen würde. „Eine Stunde“. „Gut, eine Stunde“. Wenn ich nichts mehr hören würde, sei alles klar, mein Erscheinen angemeldet.
10.54 Uhr: Ende der PK, bin am Aufbrechen zum nächsten Termin.
10.55 Uhr: Plötzlich spricht mich unerwartet jemand (wie ich später erfahre eine freie Mitarbeiterin einer anderen Zeitung) an: „Hast Du eine Kamera dabei?“, worauf ich wahrheitsgetreu und ahnungslos „Ja“ antworte. „Ich hab um elf hier gleich um die Ecke einen Termin, muss ein Bild machen, habe aber meine Kamera vergessen. Könntest Du vielleicht? Nur ganz kurz“ ...
Ich lasse mich darauf ein. Erkläre kurz die Kamera.
Leider nimmt dieser Termin aufgrund der Unzufriedenheit der Ladenbesitzerin auch mehr Zeit in Anspruch als ich dachte. Ich werde ungeduldig.
Noch ein Versuch. Nein, das Bild gefällt wieder nicht. Man sähe die abgebrochenen Nägel ...
Dann komme ich endlich doch noch los.
Ankunft Lokal Innenstadt: Der Chef sei kurz weg, käme aber gleich wieder. Warten. Minuten dehnen sich. Wieso habe ich nichts zum Lesen mitgenommen?
Als ich ihm mein Anliegen verkünde, ist er gar nicht entzückt. Photos? Nein, keine Photos. Das sei doch schon alles geklärt. Man nähme die Photos vom letzten Jahr. Bin verwirrt. Führe, um Klärung zu finden, auf eigene Kosten ein langes Telefonat mit dem Verlag, reiche des Verständnisses wegen auch mein Handy weiter, wo sich ein Diskussionsgerangel entfacht, das schließlich darin endet, dass ich doch Photos machen darf, allerdings ohne den Chef oder seine Angestellten, obwohl das die PR für seinen Laden personifizieren würde. Gut, er ist Kunde - und damit König.
Auf dem Weg zum Parkhaus komme ich am Kaufhof, dem einzigen Geschäft, in dem es noch meinen Lieblingscappuccino gibt, vorbei. Da am Wochenende die Reserven ausgegangen sind, möchte ich die Gelegenheit nutzen, um wieder einen Vorrat zu schaffen, dachte ich zumindest. Das Sortiment ist breit gefächert, von meinen Vanillecappu allerdings weit und breit keine Spur. Hoffe, dass diese Knappheit nur ein temporäres Phänomen ist.
Nun gut, auf zum Parkhaus. Habe um drei Minuten die volle Stunde überschritten, so dass mir gleich eine weitere Stunde in Rechnung gestellt wird. Etwas zähneknirschend zahle ich die geforderten 4,50 Euro, entnehme die Quittung, ... „Zahlung nicht erfolgreich beendet“ leuchtet mir kurz darauf in kleinen, roten Lettern entgegen. Wo bleibt mein Parkschein?
PIEP, PIEP, PIEP quitscht es alarmierend aus dem Automaten. Ich drücke den Notruf. Nach einigem Hin und Her gelingt es mir schließlich doch noch, die Tante am anderen Ende davon zu überzeugen, dass ich bezahlt habe. Ich müsse beim Ausfahren wieder den Notrufknopf drücken, dann würde sie mir die Schranke aufmachen. Gesagt, getan, aber der Automat ist erstmal defekt. Und die sich hinter mir gebildete Schlange musste sich meinetwegen dann auch noch auf einer anderen Etage einen anderen „Geldverschlinger“ suchen.
Nur mal nebenbei bemerkt. Es war schon 12.15 Uhr: Ich hätte schon längst 20 Kilometer weiter sein sollen. Wie gut, dass in der Stadt nicht so viel Verkehr war. Ich kam gut voran. Fand das Lokal am Bootshafen auch ohne Umschweife. Herr M., der Besitzer, war nicht minder angetan ob meiner Erscheinung, wobei seine Entzückung sich aus der Überraschung meines für ihn unerwarteten Kommens nährte. Ich fragte mich, ob ich etwas falsch gemacht habe. „Sie sind doch Herr M., Chef vom Restaurant „soundso“? Da er mir das bejahte, fragte ich ihn (diesmal schlauer), ob ich denn einmal sein Telefon benutzen könne, was er mit erlaubte.
Er wusste nichts von einem Anruf, auch nicht, dass ich heute kommen sollte. Auch er wollte keine Photos. Nicht heute. Nicht so. Ich solle am Samstag kommen, da habe er frischen Fisch, den wolle er auf den Bildern haben. Wie unvorteilhaft, dachte ich mir, da die Ausgabe doch schon Mitte der Woche gedruckt wird. Ehrlich gesagt hatte ich keine Lust mehr. Ich klärte meine Ungereimtheiten am Telefon ab und überließ ihm dann das verbale Gefecht am Apparat, was darin endete, dass er den Auftrag gänzlich stornierte. Danach war ich für diesen Tag erstmal bedient. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle noch erwähnen, dass ich bereits am Freitag mit Herr M. erstmalig telefoniert habe, er mir aber schon zu jenem Zeitpunkt etwas merkwürdig erschien (ich fragte ihn, wann ich denn ggf. für ein Photo vorbeikommen könnte, was ihn so gereizt hatte, dass er zunächst anfing zu schreien und dann das Telefonat abrupt beendete), was er heute nur noch bekräftigen konnte.
Als ich schließlich um 13.20 Uhr ins Büro kam, begegneten mir meine zwei Arbeitskollegen, die telefonisch an den Fiaskos Teil hatten, sehr freundlich. Ich äußerte mich aber doch noch einmal kurz darauf hinweisend, dass es besser wäre, mich heute erstmal nicht mehr anzusprechen.
Inzwischen sind zum Glück schon etliche Stunden vergangen. Wenn ich den Tag in Gedanken Revue passieren und ihn zeitlich im Eiltempo vorübergleiten lasse, kann ich auch jetzt nur noch mit dem Kopf schütteln. Wie kann es sein, dass sich jemand so anstellt?
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Was ist verwerflich daran, Mensch mit Gefühl zu sein? Mache ich mich angreifbar, wenn Kollegen diese Seiten lesen?
Es gibt keinen Grund, sich zu verstecken, weder gestern noch heute!
Das ist meine Seite, auf der ich mir erlaube ich zu sein, ... auf der ich mir erlaube, Schwäche zu zeigen, ... auf der ich mir auch erlaube, Ängste zu äußern, weil sie zu mir gehören.
Und wenn die, die diese Seite lesen, meiner Schwäche auszuspielen gedenken, so mögen sie es tun. Für mich liegt die Stärke darin, auch Schwäche zu zeigen.
Nein, ich bin kein schlechter Mensch. Ich habe das Recht, hier zu sein.
Es gibt keinen Grund, sich zu verstecken, weder gestern noch heute!
Das ist meine Seite, auf der ich mir erlaube ich zu sein, ... auf der ich mir erlaube, Schwäche zu zeigen, ... auf der ich mir auch erlaube, Ängste zu äußern, weil sie zu mir gehören.
Und wenn die, die diese Seite lesen, meiner Schwäche auszuspielen gedenken, so mögen sie es tun. Für mich liegt die Stärke darin, auch Schwäche zu zeigen.
Nein, ich bin kein schlechter Mensch. Ich habe das Recht, hier zu sein.
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Wie ich gestern erfahren habe, handelte es sich beim Auftritt des Zauberers letztes Jahr um eine rühmliche Ausnahme, da das Rahmenprogramm ausnahmsweise nicht von der Verlagsleitung, sondern von einer Mitarbeiterin organisiert wurde. Insofern wurde der Abend zu einer ohne überraschende Einlagen unterbrechenden Zusammenkunft aller Mitarbeiter, bei der der Chef zunächst eine Ansprache hielt. Ich erwähne es insofern, da ich, die gestern erstmalig auf einer Weihnachtsfeier zugegen war, das nicht erwartet hatte und auch nicht weiß, ob das so üblich ist. Ich hatte zudem nicht erwartet, dass sich mindestens die Hälfte aller Mitarbeiter eigens zu diesem Anlass in zelebrale Schale werfen würde, wobei ich erleichtert war, dass Thomas und Kai, die mit mir in einer Redaktion sitzen, ebenfalls davon Abstand hielten und wir drei in gewöhnlicher Montur erschienen.
Ohne es jetzt mies machen zu wollen: Der Gewölbekeller, in dem die Feier stattfand, schien mir sowohl vom Ambiente des kargen Gesteins als auch von den Temperaturen – dieses Empfinden teilten übrigens einige meiner Kollegen – kühl und lieblos. Auch die Anordnungen der Tischreihen waren meines Erachtens nichts sonderlich kommunikativ gewählt, wobei ich damit nicht sagen möchte, dass es kein unterhaltsamer Abend gewesen wäre. Teilweise erschien es mir bloß ein wenig steif.
Die Zeit zwischen Spanferkel, Nachtisch und Wichtelei zog sich allerdings wirklich in die Länge, so dass zwei Kollegen schon vor diesem spannenden Ereignis nach Hause fuhren. Irgendwann setzte ich mir auch einen Termin und dachte, wenn es nicht in den nächsten zehn Minuten beginnt, gehe ich, doch mein unausgesprochenes Flehen schien wohl erhört worden zu sein. Die Lose für die Wichtelgeschenke mussten wir uns mit Antworten auf Fragen, die sich unser Chef ausdachte, verdienen, was ich eigentlich ganz erheiternd fand, obwohl er zahlreiche Fragen des Verlags aus den 70er Jahren stellte, aber nicht nur, denn sonst hätte ich meinen Flockentanztee und die Duftkerze wohl kaum erhalten.Heute Abend bin ich erneut auf einer Weihnachtsfeier - bei den Verantwortlichen des Kultur-Magazins, für die ich gelegentlich schreibe – eingeladen. Obwohl ich mich bereits mit einem Freund, der ebenfalls dafür schreibt, verabredet habe, um vor Ort gleichzeitig zu erscheinen, weiß ich jetzt noch nicht, ob ich mich wirklich selbst dazu motivieren kann oder mich stattdessen mit einer verlegenen Ausrede zu entschuldigen versuche.
Mal sehen, der Tag liegt noch so wunderbar jungfräulich schneebedeckt vor mir...
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Bin quasi im Aufbruch, habe mich gerade noch einmal 45 Minuten zur Ruhe gelegt, was ich deshalb realisieren konnte, weil ich heute früher vom Verlag nach Hause ging.
Nur noch die schmackhafte Länge eines Cappuccinos hält mich dankenswerter Weise hier im Warmen, bevor ich mich – meine Unlust mit dem Verstand der Erwartungshaltung des Dorthinmüssens knebelnd – auf den Weg in die dunkle, ja viel zu kalte Nacht mache, um unsere Weihnachtsfeier mit meiner Anwesenheit zu "bereichern".
Am Montag wurden die Wichtelgeschenke eingesammelt. Ich kann mich einfach nicht dafür – weder für die Präsente noch für die Feier – begeistern. Angeblich soll es Wildschweinbraten geben. Hmmm, ... mir wären selbst gemachte Brezeln (Brezelteiglinge) mit Käse überbacken natürlich lieber, aber selbst wenn es die gäbe, würde ich lieber zu Hause bleiben. Nicht wegen der Kollegen im einzelnen, diese begegnen mir soweit eigentlich alle ganz liebenswürdig. Ich mag einfach nur nicht mehr raus, habe auch keine Lust auf diese „mir-geht’s-gut-Fassade“, die ich tagsüber der Wahrung der Form fast immer aufsetze.
Die Zeit drängt, ...
Letztes Jahr hat die Verlagsleitung einen Zauberer eingeladen. Mal sehen, was es dieses Jahr gibt. Ich denke, ich nehme die Kamera mit.
Nur noch die schmackhafte Länge eines Cappuccinos hält mich dankenswerter Weise hier im Warmen, bevor ich mich – meine Unlust mit dem Verstand der Erwartungshaltung des Dorthinmüssens knebelnd – auf den Weg in die dunkle, ja viel zu kalte Nacht mache, um unsere Weihnachtsfeier mit meiner Anwesenheit zu "bereichern".
Am Montag wurden die Wichtelgeschenke eingesammelt. Ich kann mich einfach nicht dafür – weder für die Präsente noch für die Feier – begeistern. Angeblich soll es Wildschweinbraten geben. Hmmm, ... mir wären selbst gemachte Brezeln (Brezelteiglinge) mit Käse überbacken natürlich lieber, aber selbst wenn es die gäbe, würde ich lieber zu Hause bleiben. Nicht wegen der Kollegen im einzelnen, diese begegnen mir soweit eigentlich alle ganz liebenswürdig. Ich mag einfach nur nicht mehr raus, habe auch keine Lust auf diese „mir-geht’s-gut-Fassade“, die ich tagsüber der Wahrung der Form fast immer aufsetze.
Die Zeit drängt, ...
Letztes Jahr hat die Verlagsleitung einen Zauberer eingeladen. Mal sehen, was es dieses Jahr gibt. Ich denke, ich nehme die Kamera mit.
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