Kämpfe jetzt schon den dritten Tag in Folge mit einem Gefühl in der Magengegend, das mir fast die Luft zum Atmen abschnürt und sich andererseits so anfühlt, als ob man mir ein schweres Gewicht weitflächig auf den Bauch gelegt hätte. Es will einfach nicht weichen. Ich denke durchaus, dass es psychosomatisch ist, ahne auch den Zusammenhang, das heißt die Zusammenhänge.
Was mir konkret auf den Magen schlägt? Zwei Anlässe. Ich vermute zumindest, dass es das ist, werde das Eine, das mir große Sorgen bereitet, auch recht zeitnah erleben, weshalb ich, wenn es überstanden ist, zumindest in diesem Fall sagen kann, ob ich eine Art Erleichterung fühle. Andererseits befürchte ich, dass das Andere, etwas von viel größerer Tragweite (ich sollte einfach doch einen anderen Blog anlegen), mich derart aufwühlt, dass ich zwar grundsätzlich erleichtert gewesen wäre, wenn Anlass Nummer 1 hinter mir läge, dies aber durch die immense Kraft, die Anlass Nummer 2 innewohnt, gar nicht mehr nuanciert wahrnehmen kann, weil mich dieser Strudel so mitreißt und komplett vereinnahmt.
Was mir konkret auf den Magen schlägt? Zwei Anlässe. Ich vermute zumindest, dass es das ist, werde das Eine, das mir große Sorgen bereitet, auch recht zeitnah erleben, weshalb ich, wenn es überstanden ist, zumindest in diesem Fall sagen kann, ob ich eine Art Erleichterung fühle. Andererseits befürchte ich, dass das Andere, etwas von viel größerer Tragweite (ich sollte einfach doch einen anderen Blog anlegen), mich derart aufwühlt, dass ich zwar grundsätzlich erleichtert gewesen wäre, wenn Anlass Nummer 1 hinter mir läge, dies aber durch die immense Kraft, die Anlass Nummer 2 innewohnt, gar nicht mehr nuanciert wahrnehmen kann, weil mich dieser Strudel so mitreißt und komplett vereinnahmt.
pattyv - am Samstag, 4. Oktober 2008, 07:11 - Rubrik: Ein neuer Tag
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Ich sehne mich wirklich sehr nach einem neuen Blog, einem, in dem ich einfach alles, was mich bewegt, niederschreiben kann, ohne Angst haben zu müssen, dass es irgendjemanden verletzt oder Bekannte Details über mich erfahren, die sie nicht erfahren sollen. Warum dann nicht einfach ein gutes, altes Tagebuch?
Auch hier schwelt die Angst mit, dass es irgendwann irgendjemand lesen könnte, der es nicht lesen soll. Wenn mir zum Beispiel mal etwas passieren würde, würde es gewiss meiner Familie in die Hand fallen, von der ich aber nicht möchte, dass sie diese Intimitäten von mir kennen, zumal ich jenen immer die Starke mime, weil deren Leben selbst so problembelastet ist. Davon abgesehen fände ich es wahrscheinlich auch spannend, neutrales Feedback zu erhalten, soll heißen Rückmeldungen von Menschen zu bekommen, die nicht in diese Geschichten involviert sind.
Momentan hänge ich aber noch an diesem Blog, dessen Identität ich auch nicht aufgeben mag, weil es mir wie ein Weglaufen und nicht Einstehen für seine Gefühle erschien. Ich will mich nicht leugnen müssen.
Auch hier schwelt die Angst mit, dass es irgendwann irgendjemand lesen könnte, der es nicht lesen soll. Wenn mir zum Beispiel mal etwas passieren würde, würde es gewiss meiner Familie in die Hand fallen, von der ich aber nicht möchte, dass sie diese Intimitäten von mir kennen, zumal ich jenen immer die Starke mime, weil deren Leben selbst so problembelastet ist. Davon abgesehen fände ich es wahrscheinlich auch spannend, neutrales Feedback zu erhalten, soll heißen Rückmeldungen von Menschen zu bekommen, die nicht in diese Geschichten involviert sind.
Momentan hänge ich aber noch an diesem Blog, dessen Identität ich auch nicht aufgeben mag, weil es mir wie ein Weglaufen und nicht Einstehen für seine Gefühle erschien. Ich will mich nicht leugnen müssen.
pattyv - am Freitag, 3. Oktober 2008, 23:41 - Rubrik: Ein neuer Tag
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Wo fängt eine Lüge an, wo hört sie auf?
Wo fängt Vertrauen an, wo hört es auf?
Ist das Verheimlichen einer Tatsache (zum vermeintlichen Schutz), die jemand anders kränkt, nicht auch schon gelogen?
Gibt es legitimes Lügen? Ein Lügen, das rechtfertigt, einfach so zu agieren, als sei nichts gewesen? Ist das die Welt, in der wir leben? Weshalb sollte sich man dann noch jemand anvertrauen, wenn die Gefahr des Missbrauchs dieses Vertrauens so unendlich hoch ist?
Wenn ich es mir aussuchen dürfte, würde ich immer die schmerzlichere Variante der Wahrheit wählen, denn kein Schmerz kann so groß sein, wie der einer aufgedeckten Lüge, die zudem Vertrauen zerstört.
Andererseits darf ich mich gar nicht beschweren, weil ich selbst nicht anders verfahre und mich nicht getraue, anderen mit der Wahrheit, so diese denn kummervoll ist, Leid zuzufügen. Ich selbst nehme mir die Freiheit der Feigheit zur Lüge heraus, ohne sie anderen gewähren zu wollen, was in keinster Weise fair ist.
Manchmal denke ich, dass ich den Kontakt zu anderen Menschen einfach abbrechen sollte, um erst gar nicht in solche Bredouillen zu gelangen oder die Kontakte auf einer solch oberflächlichen Ebene belassen sollte, dass weder ich anderen noch andere mir Schmerz zufügen könnten. Andererseits zeigen Forschungen zum Glück, dass es nur ein Merkmal gibt, was direkt damit in Verbindung gebracht werden kann: die Qualität privater Beziehungen. Das sagte - zum Auftakt der Erfurter Psychotherapiewoche (13. bis 17. September) - zumindest der Leipziger Mediziner Michael Geyer.
Aber woran lässt sich die Qualität bemessen, wenn Lügen nicht ausgeschlossen und mangelndes Vertrauen vorherrschend sind? Der Mensch ist ein soziales Wesen, braucht Kontakt. Aber wozu Kontakt, wenn dieser, sollte er die Grenze der Oberflächlichkeit verlassen haben, soweit geht, dass Unaufrichtigkeit – zum angeblichen Schutz – plötzlich eine Notwendigkeit erhält?
Wo fängt Vertrauen an, wo hört es auf?
Ist das Verheimlichen einer Tatsache (zum vermeintlichen Schutz), die jemand anders kränkt, nicht auch schon gelogen?
Gibt es legitimes Lügen? Ein Lügen, das rechtfertigt, einfach so zu agieren, als sei nichts gewesen? Ist das die Welt, in der wir leben? Weshalb sollte sich man dann noch jemand anvertrauen, wenn die Gefahr des Missbrauchs dieses Vertrauens so unendlich hoch ist?
Wenn ich es mir aussuchen dürfte, würde ich immer die schmerzlichere Variante der Wahrheit wählen, denn kein Schmerz kann so groß sein, wie der einer aufgedeckten Lüge, die zudem Vertrauen zerstört.
Andererseits darf ich mich gar nicht beschweren, weil ich selbst nicht anders verfahre und mich nicht getraue, anderen mit der Wahrheit, so diese denn kummervoll ist, Leid zuzufügen. Ich selbst nehme mir die Freiheit der Feigheit zur Lüge heraus, ohne sie anderen gewähren zu wollen, was in keinster Weise fair ist.
Manchmal denke ich, dass ich den Kontakt zu anderen Menschen einfach abbrechen sollte, um erst gar nicht in solche Bredouillen zu gelangen oder die Kontakte auf einer solch oberflächlichen Ebene belassen sollte, dass weder ich anderen noch andere mir Schmerz zufügen könnten. Andererseits zeigen Forschungen zum Glück, dass es nur ein Merkmal gibt, was direkt damit in Verbindung gebracht werden kann: die Qualität privater Beziehungen. Das sagte - zum Auftakt der Erfurter Psychotherapiewoche (13. bis 17. September) - zumindest der Leipziger Mediziner Michael Geyer.
Aber woran lässt sich die Qualität bemessen, wenn Lügen nicht ausgeschlossen und mangelndes Vertrauen vorherrschend sind? Der Mensch ist ein soziales Wesen, braucht Kontakt. Aber wozu Kontakt, wenn dieser, sollte er die Grenze der Oberflächlichkeit verlassen haben, soweit geht, dass Unaufrichtigkeit – zum angeblichen Schutz – plötzlich eine Notwendigkeit erhält?
pattyv - am Dienstag, 16. September 2008, 23:47 - Rubrik: einsam & verlassen
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Nein, hier haben weder Hexe Lilli noch Bibi Blocksberg ihre Finger im Spiel und wenn es nicht zu einem solch tragischen Ausgang gekommen wäre es - aus unserer europäischen Sicht - vermutlich ausnahmslos zu beschmunzeln gewesen, aber so nehme ich die Nachricht aus einem Staat in Zentralafrika mit Bestürzung zur Kenntnis.
Butembo - Bei Ausschreitungen während eines Fußball-Freundschaftsspiels in Butembo im Osten Kongos sind 13 Menschen ums Leben gekommen. 35 weitere Menschen seien verletzt worden, meldete das von den Vereinten Nationen unterstützte Radio Okapi. Eine Massenpanik habe zu dem Unglück geführt. Diese sei ausgelöst worden, als der Torhüter einer der beiden Mannschaften die Partie durch Hexerei zu beeinflussen versuchte. Die meisten der Opfer sind laut Radio Okapi zwischen 11 und 16 Jahren alt gewesen.
Butembo - Bei Ausschreitungen während eines Fußball-Freundschaftsspiels in Butembo im Osten Kongos sind 13 Menschen ums Leben gekommen. 35 weitere Menschen seien verletzt worden, meldete das von den Vereinten Nationen unterstützte Radio Okapi. Eine Massenpanik habe zu dem Unglück geführt. Diese sei ausgelöst worden, als der Torhüter einer der beiden Mannschaften die Partie durch Hexerei zu beeinflussen versuchte. Die meisten der Opfer sind laut Radio Okapi zwischen 11 und 16 Jahren alt gewesen.
pattyv - am Montag, 15. September 2008, 23:08 - Rubrik: Aus der Welt der Nachrichten
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Ich weiß nicht warum, aber die Telefonate mit meiner Mutter ziehen mich stimmungsmäßig fast immer ausnahmslos runter. Möglicherweise liegt es an ihrem grundsätzlichen Pessimismus, bei dem ich mich dann meist genötigt sehe, sie wieder in eine zuversichtlichere Seelenlage zu versetzen, zumal ich ja nach wie vor fürchte, dass, wenn sie zuviel Negatives erfährt, ihr Krebs wiederkehrt, oder an ihrem Hang zur Dramatik, der für sie aber gefühlte Realität darstellt. Ich weiß, dass sie das nicht absichtlich macht, anstrengend ist es aber trotzdem. Fatal in dieser Hinsicht ist vor allem, ihre Unerreichbarkeit. Sie hat eine vorgefertigte, fatalistische Meinung, die weder durch stichhaltige noch sachliche Argumente getroster wird. Ich kämpfe und weiß, dass es doch vergebens ist. Manchmal gelingt es mir zwar, sie für eine kurze Weile zu beruhigen und ein klein wenig Hoffnung zu spenden, doch ich weiß um die sichere Wiederkehr ihrer Schwarzseherei – und das ist SEHR anstrengend, zumal ich selbst mit meinem Leben hadere.
Ehrlich gesagt finde ich die Gespräche mit meiner Mutter fast immer so folgenschwer und Kräfte raubend, dass ich nicht in der Lage bin, ihr 100 Prozent meiner Aufmerksamkeit zu schenken, was sich bestimmt roh und herzlos anhört, vermutlich auch ist, obwohl mich das, was sie sagt, thematisch NICHT langweilt. Um die Breitseite jedoch nur gedämpft – im Sinne des Eigenschutzes gemildert - abzubekommen, beschäftige ich mich während der Telefonate meistens mit noch etwas anderem, so dass die Informationen mich nur noch abgeschwächt und wie durch Watte gehört erreichen, wobei ich schon mit dieser abgemilderten Variante zu kämpfen habe.
In dem eben geführten Telefonat ging es um die anstehende Scheidung meiner Schwester, die nun leider – und da zitiere ich meinen Schwager – „zum Krieg“ ausartet. Meine Mutter fürchtet sogar um das Leben meiner Schwester. Mein Einwand „Frauenhaus“, der mir spontan als rettender Gedanke kam, verhallte jedoch im Leeren. „Bei uns (Kleinstadt) gibt es doch kein Frauenhaus“. Unausgesprochen hörte ich ferner: so etwas kannst Du deiner Schwester, einer erwachsenen Frau und ihrem Kind, nicht zumuten wollen.
Bin noch von Sinnen und kann das Gesagte des Telefonats noch gar nicht verarbeiten, geschweige denn fassen. Vermutlich werden sich die beiden wohl bald Gummistiefel zulegen müssen, um für die kommende Schlammschlacht geeignetes Schuhwerk zu haben. Das verflixte siebte Jahr haben sie überstanden, das achte brach ihnen schließlich das Genick, wobei das natürlich keine abrupte Entscheidung, sondern ein schleichender Prozess war.
Was mich richtig traurig stimmt, ist die Tatsache, dass mein Schwager Fabio, seinen 4-jährigen Sohn, jetzt komplett links liegen lässt, obwohl dieser ja wirklich gar nichts dafür kann. Er sagt ihm inzwischen noch nicht einmal mehr „Gute Nacht“.
Und selbst auf die arglose Frage: „Papa, spielst Du mit mir?“, bekam Fabio heute ein „verschwinde!“ zur Antwort, wobei Fabios Nachfrage, wo der Papa denn mit dem Motorrad hinwolle ein nicht minder kaltes „das geht Dich gar nichts an“ zu hören bekam. Was soll ich dazu noch sagen?
Bemerkenswert (und nicht minder traurig) finde ich im übrigen, dass der kleine Kerl zu einer solchen Aussage fähig ist: „Stimmt’s, Mama, wir beginnen jetzt ein neues Leben … ich freue mich darauf, denn dann kann der Papa uns nicht mehr so schimpfen“.
Ich möchte an dieser Stelle auch nicht ins Detail gehen, was mein Schwager pauschalierend über unsere „Psycho-Familie“ gesagt und was er meiner Schwester angetan hat, weil es sonst wie ein billiges Abrechnen im Sinne von einem öffentlichen Schlechtreden aussehen könnte, was es ja nicht sein soll, schließlich möchte ich hier nur niederschreiben dürfen, was mich bewegt. Fakt ist aber, dass mein Bruder darüber dermaßen erbost ist, dass er meinen Schwager „am liebsten das Fürchten lehren möchte“, um es mal geschönt zu artikulieren.
Wäre es nicht an Fabio gegangen, hätte meine Schwester wahrscheinlich, so sagte es mir zumindest meine Ma, noch so weiter gemacht, soll heißen, in den unseligen Verhältnissen weitergelebt, obwohl sie unglücklich war, da ihr das Wohl des Kindes, das in geordneten Verhältnissen aufwachsen sollte, über dem ihren stand.
Ein „ihr beide geht mir am Arsch vorbei“ und die Erkenntnis, dass Fabio inzwischen auch oftmals Angst vor seinem eigenen Vater hat, bestärkte jedoch - so meine Vermutung - den Entschluss zur Trennung, wobei natürlich noch zahllose andere dazu kommen.
Dass eine Scheidung selten (nie?) unproblematisch verläuft, ist gewiss unstrittig, zumal soviel Emotionen damit einhergehen, aber dass zwei einst Liebende so gar keine sachgefällige Ebene mehr finden, wobei ich – als persönlich nicht direkt Betroffene – natürlich mal wieder großspurig schwadronieren kann, finde ich doch beängstigend.
Ehrlich gesagt finde ich die Gespräche mit meiner Mutter fast immer so folgenschwer und Kräfte raubend, dass ich nicht in der Lage bin, ihr 100 Prozent meiner Aufmerksamkeit zu schenken, was sich bestimmt roh und herzlos anhört, vermutlich auch ist, obwohl mich das, was sie sagt, thematisch NICHT langweilt. Um die Breitseite jedoch nur gedämpft – im Sinne des Eigenschutzes gemildert - abzubekommen, beschäftige ich mich während der Telefonate meistens mit noch etwas anderem, so dass die Informationen mich nur noch abgeschwächt und wie durch Watte gehört erreichen, wobei ich schon mit dieser abgemilderten Variante zu kämpfen habe.
In dem eben geführten Telefonat ging es um die anstehende Scheidung meiner Schwester, die nun leider – und da zitiere ich meinen Schwager – „zum Krieg“ ausartet. Meine Mutter fürchtet sogar um das Leben meiner Schwester. Mein Einwand „Frauenhaus“, der mir spontan als rettender Gedanke kam, verhallte jedoch im Leeren. „Bei uns (Kleinstadt) gibt es doch kein Frauenhaus“. Unausgesprochen hörte ich ferner: so etwas kannst Du deiner Schwester, einer erwachsenen Frau und ihrem Kind, nicht zumuten wollen.
Bin noch von Sinnen und kann das Gesagte des Telefonats noch gar nicht verarbeiten, geschweige denn fassen. Vermutlich werden sich die beiden wohl bald Gummistiefel zulegen müssen, um für die kommende Schlammschlacht geeignetes Schuhwerk zu haben. Das verflixte siebte Jahr haben sie überstanden, das achte brach ihnen schließlich das Genick, wobei das natürlich keine abrupte Entscheidung, sondern ein schleichender Prozess war.
Was mich richtig traurig stimmt, ist die Tatsache, dass mein Schwager Fabio, seinen 4-jährigen Sohn, jetzt komplett links liegen lässt, obwohl dieser ja wirklich gar nichts dafür kann. Er sagt ihm inzwischen noch nicht einmal mehr „Gute Nacht“.
Und selbst auf die arglose Frage: „Papa, spielst Du mit mir?“, bekam Fabio heute ein „verschwinde!“ zur Antwort, wobei Fabios Nachfrage, wo der Papa denn mit dem Motorrad hinwolle ein nicht minder kaltes „das geht Dich gar nichts an“ zu hören bekam. Was soll ich dazu noch sagen?
Bemerkenswert (und nicht minder traurig) finde ich im übrigen, dass der kleine Kerl zu einer solchen Aussage fähig ist: „Stimmt’s, Mama, wir beginnen jetzt ein neues Leben … ich freue mich darauf, denn dann kann der Papa uns nicht mehr so schimpfen“.
Ich möchte an dieser Stelle auch nicht ins Detail gehen, was mein Schwager pauschalierend über unsere „Psycho-Familie“ gesagt und was er meiner Schwester angetan hat, weil es sonst wie ein billiges Abrechnen im Sinne von einem öffentlichen Schlechtreden aussehen könnte, was es ja nicht sein soll, schließlich möchte ich hier nur niederschreiben dürfen, was mich bewegt. Fakt ist aber, dass mein Bruder darüber dermaßen erbost ist, dass er meinen Schwager „am liebsten das Fürchten lehren möchte“, um es mal geschönt zu artikulieren.
Wäre es nicht an Fabio gegangen, hätte meine Schwester wahrscheinlich, so sagte es mir zumindest meine Ma, noch so weiter gemacht, soll heißen, in den unseligen Verhältnissen weitergelebt, obwohl sie unglücklich war, da ihr das Wohl des Kindes, das in geordneten Verhältnissen aufwachsen sollte, über dem ihren stand.
Ein „ihr beide geht mir am Arsch vorbei“ und die Erkenntnis, dass Fabio inzwischen auch oftmals Angst vor seinem eigenen Vater hat, bestärkte jedoch - so meine Vermutung - den Entschluss zur Trennung, wobei natürlich noch zahllose andere dazu kommen.
Dass eine Scheidung selten (nie?) unproblematisch verläuft, ist gewiss unstrittig, zumal soviel Emotionen damit einhergehen, aber dass zwei einst Liebende so gar keine sachgefällige Ebene mehr finden, wobei ich – als persönlich nicht direkt Betroffene – natürlich mal wieder großspurig schwadronieren kann, finde ich doch beängstigend.
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Ich überlege schon seit einigen Wochen, ob ich nicht an anderer, völlig unbekannter Stelle unter einem gänzlich fremden Namen einen neuen Blog anlegen soll, weil dieser mir - bedingt durch die Tatsache, dass ihn so viele aus meinem privaten Umfeld kennen - so wenig Freiraum lässt, und ich gar nicht mehr das Gefühl habe, das ungeschminkt, unverklausuliert und ungeschönt schreiben zu können, was mich wirklich tief im Innern bewegt.
pattyv - am Dienstag, 2. September 2008, 01:11 - Rubrik: Ein neuer Tag
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Ich ahnungsloser Trottel! Heute Morgen habe ich etwas erfahren, dass mir seitdem keine Ruhe mehr lässt und mich maßlos ärgert, wobei diese Formulierung in den höchsten Tönen geschönt ist. Ich lebe schon seit Jahren mit einem tiefsten Geheimnis, über das ich - aus Schamgründen heraus - nicht sprechen kann, demgemäß auch noch nie in meinem Blog darüber geschrieben habe. Noch vor ein paar Jahren war ich der Meinung, dass die allerengsten Vertrauenspersonen aus meinem Umfeld darüber Bescheid wissen sollten, in der jüngeren Vergangenheit habe ich diese Haltung neuen Vertrauenspersonen gegenüber aber abgebaut, soll heißen: heute erzähle ich niemandem mehr davon.
Einer von denen, von denen ich einmal annahm, dass ich ihn als Freund bezeichnen kann, hat dieses Geheimnis - neben vielen anderen vertraulichen und persönlichen Details aus meinem Leben - meinem Arbeitskollegen, den er nur aus meinem Erzählungen und ein oder zwei Mal sehen her kannte, offenbart.
Ohne fachliche Kompetenz hat dieser so genannte „Freund“ mir vor Jahren darüber hinaus einmal Borderline diagnostiziert – ein Wort, das ich damals erstmalig aus seinem Munde hörte, mich davon eingeschüchtert auch damit beschäftigte und zwei unabhängig voneinander stehende Ärzte danach befragte, die es mich betreffend aber nicht bejahen konnten. In dem zufälligen Aufeinandertreffen dieses jetzt-ganz-bestimmt-nicht-mehr-Freundes und meines Arbeitskollegen erfuhr selbiger auch von meiner (nicht vorhandenen) Borderline sowie aus Dichtung und Wahrheit geknüpften Annahmen. Ich kann mit Worten nicht beschreiben, wie ungeheuerlich ich diese Aktion empfinde, wobei ich wahrscheinlich noch über alles wegzusehen bereit gewesen wäre, wenn, ja wenn mein tiefstes Geheimnis, das ausnahmslos ICH anderen anvertrauen wollte oder eben auch nicht, nicht offenbart worden wäre.
Ich empfinde selten Hass, würde sogar sagen, dass mir dieses Gefühl recht fremd ist, derzeit hege ich aber genau dieses Empfinden für die aus meinem Leben gestrichene Plaudertasche.
Einer von denen, von denen ich einmal annahm, dass ich ihn als Freund bezeichnen kann, hat dieses Geheimnis - neben vielen anderen vertraulichen und persönlichen Details aus meinem Leben - meinem Arbeitskollegen, den er nur aus meinem Erzählungen und ein oder zwei Mal sehen her kannte, offenbart.
Ohne fachliche Kompetenz hat dieser so genannte „Freund“ mir vor Jahren darüber hinaus einmal Borderline diagnostiziert – ein Wort, das ich damals erstmalig aus seinem Munde hörte, mich davon eingeschüchtert auch damit beschäftigte und zwei unabhängig voneinander stehende Ärzte danach befragte, die es mich betreffend aber nicht bejahen konnten. In dem zufälligen Aufeinandertreffen dieses jetzt-ganz-bestimmt-nicht-mehr-Freundes und meines Arbeitskollegen erfuhr selbiger auch von meiner (nicht vorhandenen) Borderline sowie aus Dichtung und Wahrheit geknüpften Annahmen. Ich kann mit Worten nicht beschreiben, wie ungeheuerlich ich diese Aktion empfinde, wobei ich wahrscheinlich noch über alles wegzusehen bereit gewesen wäre, wenn, ja wenn mein tiefstes Geheimnis, das ausnahmslos ICH anderen anvertrauen wollte oder eben auch nicht, nicht offenbart worden wäre.
Ich empfinde selten Hass, würde sogar sagen, dass mir dieses Gefühl recht fremd ist, derzeit hege ich aber genau dieses Empfinden für die aus meinem Leben gestrichene Plaudertasche.
pattyv - am Mittwoch, 27. August 2008, 23:01 - Rubrik: Aergerlich
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