Was für ein Licht! Warme Farben, die einen mit ihrem Spektrum wie gute Freunde vertrauensvoll in den Bann ziehen und auf individuelle Weise faszinieren. Ein Licht, mit dem man meines Erachtens grundsätzlich alle Träume ausstaffieren sollte, um ein sorgloses Ambiente für den Träumenden zu schaffen. Ein Licht, das vermutlich nur in skandinavischen Ländern um die Midsommarzeit herrscht. Und noch viel mehr ein Licht, das mich stehenbleiben und staunen lässt.
Kurzum: Helsinki zu Zeiten des Sonnenuntergangs, also der langen Phase, die die Stadt in ein ganz besonderes Licht taucht, wobei nicht der Sonnenuntergang als solcher das betörende ist, sondern die intensiven Goldtöne, die er der Stadt spendet, so als läge über ihr eine Schicht schimmernden Sternenstaubs.
Fatalerweise wäre uns dieses Licht heute aber fast verwehrt geblieben, weil das Unheil sich ausgerechnet unsere Bahnstrecke als tragische Bühne gesucht hat und dadurch zeitlich im höchsten Maße in Bedrängnis brachte.
Was war passiert? Drei Kinder spielten auf den Gleisen der Schnellstrecke, wo sie von dem vor uns fahrenden Zug überfahren wurden. Ein Drama – für die Eltern und für den Zugführer! Wie es dazu kam, wissen wir natürlich nicht, hat uns ja auch nichts anzugehen. Anfänglich wurden wir wegen eines „Personenschadens“ umgeleitet. Später, nachdem sich wohl einige Fahrgäste beschwert hatten, gab der Zugführer für „die Zweifler“, wie er sagte, die oben erwähnten Informationen bekannt. Fakt ist, dass zunächst von 45 Minuten Zeitverzögerung die Rede war, später von 60. Letztlich schwanden unsere Chancen, den Flieger (um 14.55 Uhr) noch rechtzeitig zu erreichen, aber immer mehr. Aufgrund der Verspätung haben wir Berlin Hauptbahnhof letztendlich erst um 14 Uhr erreicht. Und von hier aus quälten wir uns dann sogar noch einmal knapp 30 Minuten bis zum Flughafen durch. Unsere Nerven lagen blank. Während der Pan seiner das-Glas-ist-halbleer-Theorie frönte, frei nach dem Motto „jetzt ist es ohnehin vorbei“, schwieg ich vor Entsetzen. Ungeachtet dessen wollten wir den letzten Funken Hoffnung natürlich auch nicht aufgeben. Vermutlich war es ohnehin mehr Verzweiflung, die uns in emotionaler Schockstarre wie getriebene Roboter durch die Stadt peitschte. Ankommen lautete das Ziel. Ankommen auf Teufel komm raus. Und koste es unser Leben.
Am Flughafen bekam die ganze Situation noch einmal eine ganz eigene Dynamik. Bei sengender Hitze rannten wir querfeldein, um das etwas abgelegene Terminal C zu erreichen, wo wir sofort jemanden um Hilfe fragten. Eigentlich war das Gate schon geschlossen, aber man telefonierte und bemühte sich. Mir schwanden die Sinne. Sollte es das jetzt gewesen sein? Nein, war es zum Glück nicht! Man deklarierte uns zur ganz besonderen Ausnahme. Ich hätte heulen können vor Glück, doch dafür blieb auch keine Zeit. Wir mussten ja schließlich noch Einchecken und durch die Sicherheitskontrolle. Also rannten wir weiter, … und weiter … und stießen überall auf offene Türen und freundliche Menschen, die es uns ermöglichten, dass wir den heutigen Flug nach Helsinki doch noch geschafft haben. Dafür möchte ich an dieser Stelle auch einmal Danke sagen, auch wenn es die Betreffenden hier niemals zu Gesicht bekommen. Selbstverständlich war deren zuvorkommendes Verhalten auf jeden Fall nicht.
Nachdem unser Mitkommen gesichert war, war uns beiden eine riesige Last von den Schultern genommen. Ich konnte plötzlich auch wieder lachen und fühlte mich so unendlich entspannt, dass ich glaubte, die ganze Welt befrieden zu können.
Im Flugzeug selbst lernten wir eine nette und aufgeschlossene Finnin kennen, die uns mit ein paar der landestypischen Gepflogenheiten vertraut machte und uns darüber hinaus mit einigen Reise-Tipps versorgte.
Nachdem wir unser Hilton Helsinki Strand-Hotel erreicht hatten, das nur zwei Metro-Stationen vom Bahnhof entfernt liegt, zogen wir noch einmal los, um erste Eindrücke rund um unseren vorübergehenden Wohnort herum zu sammeln und um ein Gefühl für die Stadt zu entwickeln, aber auch um den Strand zu finden, den es seltsamerweise gar nicht gibt. Während dieser Exkursion stießen wir, ohne sie bewusst gesucht zu haben, auch auf Kultkneipe Zetor, in der diverse Traktoren stehen, an denen gegessen und getrunken wird.
Der Midsommar lässt übrigens fast jegliches Zeitgefühl schwinden. 23.30 Uhr. Und draußen ist es hell. Wie müde ich wirklich bin, merke ich erst jetzt, wo ich mich zum ersten Mal seit heute Morgen meiner Schuhe entledige.
Kurzum: Helsinki zu Zeiten des Sonnenuntergangs, also der langen Phase, die die Stadt in ein ganz besonderes Licht taucht, wobei nicht der Sonnenuntergang als solcher das betörende ist, sondern die intensiven Goldtöne, die er der Stadt spendet, so als läge über ihr eine Schicht schimmernden Sternenstaubs.Fatalerweise wäre uns dieses Licht heute aber fast verwehrt geblieben, weil das Unheil sich ausgerechnet unsere Bahnstrecke als tragische Bühne gesucht hat und dadurch zeitlich im höchsten Maße in Bedrängnis brachte.
Was war passiert? Drei Kinder spielten auf den Gleisen der Schnellstrecke, wo sie von dem vor uns fahrenden Zug überfahren wurden. Ein Drama – für die Eltern und für den Zugführer! Wie es dazu kam, wissen wir natürlich nicht, hat uns ja auch nichts anzugehen. Anfänglich wurden wir wegen eines „Personenschadens“ umgeleitet. Später, nachdem sich wohl einige Fahrgäste beschwert hatten, gab der Zugführer für „die Zweifler“, wie er sagte, die oben erwähnten Informationen bekannt. Fakt ist, dass zunächst von 45 Minuten Zeitverzögerung die Rede war, später von 60. Letztlich schwanden unsere Chancen, den Flieger (um 14.55 Uhr) noch rechtzeitig zu erreichen, aber immer mehr. Aufgrund der Verspätung haben wir Berlin Hauptbahnhof letztendlich erst um 14 Uhr erreicht. Und von hier aus quälten wir uns dann sogar noch einmal knapp 30 Minuten bis zum Flughafen durch. Unsere Nerven lagen blank. Während der Pan seiner das-Glas-ist-halbleer-Theorie frönte, frei nach dem Motto „jetzt ist es ohnehin vorbei“, schwieg ich vor Entsetzen. Ungeachtet dessen wollten wir den letzten Funken Hoffnung natürlich auch nicht aufgeben. Vermutlich war es ohnehin mehr Verzweiflung, die uns in emotionaler Schockstarre wie getriebene Roboter durch die Stadt peitschte. Ankommen lautete das Ziel. Ankommen auf Teufel komm raus. Und koste es unser Leben.
Am Flughafen bekam die ganze Situation noch einmal eine ganz eigene Dynamik. Bei sengender Hitze rannten wir querfeldein, um das etwas abgelegene Terminal C zu erreichen, wo wir sofort jemanden um Hilfe fragten. Eigentlich war das Gate schon geschlossen, aber man telefonierte und bemühte sich. Mir schwanden die Sinne. Sollte es das jetzt gewesen sein? Nein, war es zum Glück nicht! Man deklarierte uns zur ganz besonderen Ausnahme. Ich hätte heulen können vor Glück, doch dafür blieb auch keine Zeit. Wir mussten ja schließlich noch Einchecken und durch die Sicherheitskontrolle. Also rannten wir weiter, … und weiter … und stießen überall auf offene Türen und freundliche Menschen, die es uns ermöglichten, dass wir den heutigen Flug nach Helsinki doch noch geschafft haben. Dafür möchte ich an dieser Stelle auch einmal Danke sagen, auch wenn es die Betreffenden hier niemals zu Gesicht bekommen. Selbstverständlich war deren zuvorkommendes Verhalten auf jeden Fall nicht.
Nachdem unser Mitkommen gesichert war, war uns beiden eine riesige Last von den Schultern genommen. Ich konnte plötzlich auch wieder lachen und fühlte mich so unendlich entspannt, dass ich glaubte, die ganze Welt befrieden zu können.Im Flugzeug selbst lernten wir eine nette und aufgeschlossene Finnin kennen, die uns mit ein paar der landestypischen Gepflogenheiten vertraut machte und uns darüber hinaus mit einigen Reise-Tipps versorgte.
Nachdem wir unser Hilton Helsinki Strand-Hotel erreicht hatten, das nur zwei Metro-Stationen vom Bahnhof entfernt liegt, zogen wir noch einmal los, um erste Eindrücke rund um unseren vorübergehenden Wohnort herum zu sammeln und um ein Gefühl für die Stadt zu entwickeln, aber auch um den Strand zu finden, den es seltsamerweise gar nicht gibt. Während dieser Exkursion stießen wir, ohne sie bewusst gesucht zu haben, auch auf Kultkneipe Zetor, in der diverse Traktoren stehen, an denen gegessen und getrunken wird.
Der Midsommar lässt übrigens fast jegliches Zeitgefühl schwinden. 23.30 Uhr. Und draußen ist es hell. Wie müde ich wirklich bin, merke ich erst jetzt, wo ich mich zum ersten Mal seit heute Morgen meiner Schuhe entledige.
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So, der Koffer ist gepackt, der kleine Flitzer, ein Cabrio, den ich gestern bis heute als Leihwagen bekam, weil unser Auto wegen eines Werkfehlers in die Werkstatt musste, wieder abgegeben. Schade eigentlich, denn bei diesem Wetter bietet sich eine erfrischend-luftige Freiluftfahrt gerade zu an.
Morgen früh geht’s mit dem Zug nach Berlin und von dort mit dem Flieger nach Helsinki.
Morgen früh geht’s mit dem Zug nach Berlin und von dort mit dem Flieger nach Helsinki.
pattyv - am Donnerstag, 8. Juli 2010, 22:53 - Rubrik: Ein neuer Tag
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Nach einer erholsamen Nacht samt köstlichen Frühstück im abgelegen Berggasthof, ging unser sportliches Wochenende heute Morgen schon um 10 Uhr weiter. Ausgerüstet mit Neoprenanzug, Neoprenjacke, Neoprenstrümpfen und – schuhen sowie Helm und Klettergurt, die uns, was die Enge betrifft, wie zusammengepferchte Eiskristalle in einem Schneeball haben fühlen lassen, fuhren wir mit einer Mischung aus Erwartungsfreude und auch Angst der Schlucht entgegen, die wir vor fünf Jahren schon einmal durchwandert haben. Abgesehen an den Aufstieg, konnte ich mich kaum mehr an etwas erinnern. Aber das wäre letztlich auch ohne Belang gewesen, da sich die Schluchten so schnell verändern, dass eine Wiederholung der Touren immer wieder neue Erfahrungen mit sich bringen. So kamen wir heute auch an einer Stelle vorbei, die vor sechs Wochen noch zwei Meter höheres Wasser hatte, an der die Teilnehmer zu diesem Zeitpunkt auch von den Felsen springen konnten, während wir heute dort kniehohes Wasser durchwateten. Dort, wo wir vor fünf Jahren in eine Gumpe sprangen, war das auch nicht mehr möglich, dafür aber an anderen Stellen.
Das Aufregendste am heutigen Canyoning war aber zweifelsohne der Einstieg an einer 20 Meter hohen Steilwand. Als der Führer uns kurz vorher noch sagte, dass das unser Einstieg sei, dachte ich, dass er scherzt, aber dem war leider nicht so. Ganz ehrlich: ich hatte ein wenig Todesangst, hieß es doch auch, sich auf Material und Mensch zu verlassen und Vertrauen zu schöpfen.
Aber nachdem ich diese Zeilen hier schreibe, ist dem geneigten Leser natürlich klar, dass ich das Abenteuer überlebt habe.
In einem meiner letzten Postings hatte ich jüngst geschrieben, dass man ein Ereignis unbedingt mal gesehen und gehört haben sollte. Das kann ich an dieser Stelle bezüglich Canyoning nur wiederholen. Es ist eine wildromantische, atemberaubende, wenn auch etwas Mut erfordernde Erfahrung fürs Leben, die ausnahmslos alle Sinne anspricht. Natur pur. Leben in seiner Urform. Selten habe ich all meine Kräfte so gebündelt gespürt.
Und doch hat sie einen kleinen Wehmutstropfen hinterlassen, den ich mir am Ende der Tour bei einem Sprung zuzog, nämlich einen verletzten Fuß, der ohnehin schon lädiert war. Hierzu muss ich aber sagen, dass das nichts mit der Tour als solches zu tun hat, sondern mit der Grundverletzung, mit der ich mich nun schon seit knapp zwei Wochen wieder herumschlage. Es geht einmal mehr um meinen linken Sprunggelenk verletzten Fuß, an dem inzwischen vermutlich die Zeit seine Spuren hinterlässt. Erst im Oktober hatte ich Probleme damit. Seit geraumer Zeit konnte ich mich weitestgehend auch nur noch humpelnd fortbewegen, weswegen ich ohnehin einen Artztbesuch einplante. Vermutlich schwindet meine Knorpelmasse, mutmaßte heute die Ärztin, die auf dem Röntgenbild nichts sehen konnte. Eine Magnetresonanztomographie (MRT) würde mir diesbezüglich Klarheit bringen. Deshalb werde ich in nächster Zeit wohl nicht umhin kommen, einen Orthopäden aufzusuchen.
Das Aufregendste am heutigen Canyoning war aber zweifelsohne der Einstieg an einer 20 Meter hohen Steilwand. Als der Führer uns kurz vorher noch sagte, dass das unser Einstieg sei, dachte ich, dass er scherzt, aber dem war leider nicht so. Ganz ehrlich: ich hatte ein wenig Todesangst, hieß es doch auch, sich auf Material und Mensch zu verlassen und Vertrauen zu schöpfen. Aber nachdem ich diese Zeilen hier schreibe, ist dem geneigten Leser natürlich klar, dass ich das Abenteuer überlebt habe.
In einem meiner letzten Postings hatte ich jüngst geschrieben, dass man ein Ereignis unbedingt mal gesehen und gehört haben sollte. Das kann ich an dieser Stelle bezüglich Canyoning nur wiederholen. Es ist eine wildromantische, atemberaubende, wenn auch etwas Mut erfordernde Erfahrung fürs Leben, die ausnahmslos alle Sinne anspricht. Natur pur. Leben in seiner Urform. Selten habe ich all meine Kräfte so gebündelt gespürt.
Und doch hat sie einen kleinen Wehmutstropfen hinterlassen, den ich mir am Ende der Tour bei einem Sprung zuzog, nämlich einen verletzten Fuß, der ohnehin schon lädiert war. Hierzu muss ich aber sagen, dass das nichts mit der Tour als solches zu tun hat, sondern mit der Grundverletzung, mit der ich mich nun schon seit knapp zwei Wochen wieder herumschlage. Es geht einmal mehr um meinen linken Sprunggelenk verletzten Fuß, an dem inzwischen vermutlich die Zeit seine Spuren hinterlässt. Erst im Oktober hatte ich Probleme damit. Seit geraumer Zeit konnte ich mich weitestgehend auch nur noch humpelnd fortbewegen, weswegen ich ohnehin einen Artztbesuch einplante. Vermutlich schwindet meine Knorpelmasse, mutmaßte heute die Ärztin, die auf dem Röntgenbild nichts sehen konnte. Eine Magnetresonanztomographie (MRT) würde mir diesbezüglich Klarheit bringen. Deshalb werde ich in nächster Zeit wohl nicht umhin kommen, einen Orthopäden aufzusuchen.
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Was für ein Tag! Stau, Stau und nochmals Stau. An unserem eingeplanten Zeit-Puffer von 1,5 Stunden nagte heute nicht nur die übervolle Autobahn, sondern bedauerlicherweise auch die Zeit gänzlich ignorierenden, da nicht minder frequentierten Umgehungsstraßen, so dass das rechtzeitige Ankommen zum Rafting in Österreich plötzlich immer mehr in Frage stand und unsere gute Laune mit den rapide schwindenden Minuten hinsichtlich der Ankommenszeit, die das Navigationsgerät vorhersagte, sich zunehmend zum Schlechten wandte.
Es wollte uns einfach nicht gelingen, den Tag entspannt zu sehen, auch wenn wir zu spät gekommen wären. Der Tag als solches wäre ja nicht verloren gewesen. Ändern konnten wir an der Situation ohnehin nichts, wozu also aufregen?
Um es kurz zu machen: wir kamen zu spät. Ganze sechs Minuten, was aber nicht dramatisch war, da die Gruppe noch nicht losgegangen ist. Zunächst hatte ich mich total darüber gefreut, was aber nur so lange anhielt, bis wir erfuhren, dass die Gruppe „Action Rafting“ schon voll sei und wir nicht mitkönnten, da wir nicht auf der Liste stünden. Liste hin oder her - wir hatten gebucht, per Internet. Die Mail als Beweis hatte ich aber nicht mitgenommen. Und selbst wenn, was hätte es gebracht? Das Boot war voll, stapeln geht beim Rafting gar nicht.
Eine halbe Stunde später würden fünf weitere Boote zu Wasser gehen, sagte man uns, allerdings nur die „Erlebnis Rafting“-Tour, die eine ganze Stunde weniger dauert. Vielleicht könnten wir ja dort ein paar Leute zusammen trommeln, die Lust auf die Action-Rafting-Tour haben, wobei zur Erklärung gesagt sei, dass beide Touren auf der gleichen Strecke auf der Tiroler Ache gefahren werden, die Action Tour aber eine Stunde länger dauert und mehr Schikanen bietet. Und es kam, wie es nicht kommen sollte, denn wir fanden niemanden. Also fuhren wir die „Familienrafting“-Tour mit einem ganzen Boot voller 11-15-jährigen Eiskunstlauf-Mädels, die während der Fahrt bei jeder kleinen Welle so laut schrien, als ob sie riskante Loopings einer Achterbahn auf der Kirmes fahren.
Langweilig war es aber dennoch nicht, da der Pan und ich quasi als Steuermann ganz vorne an der erlebnisintensivsten Stelle des Bootes saßen und wir uns zudem mit den anderen Booten Wasserschlachten lieferten, was bei der gigantischen Hitze, die auf dem Fluss aber gar nicht so spürbar war, einfach unglaublich Spaß machte. Genauso wie das Reinspringen in das 11 Grad kalte Wasser und andere kurzweilige Spiele, bei denen die ein oder andere Teilnehmerin zu Wasser ging. Im Anschluss ans Rafting fuhren wir eigenständig noch mal an die Stelle, an der wir mittags mit den Booten eine kurze Rast eingelegt hatten. Aus Sorge um meine Kamera hatte ich während des Raftings die Kamera im Auto gelassen, da an dieser Schlucht aber sehr viel Wassersportler vorbeikamen, hoffte ich, noch ein paar originelle Fotos einfangen zu können, was mir aber nicht so wirklich gelang. Einerseits wegen des dann schon vorherrschenden Schattens, andererseits wegen mangelnder Sportler zu dieser fortgeschrittenen Stunde.
Übernachten werden wir heute in einem urigen Berggasthof am Wilden Kaiser, den wir nach einer langen und aufregenden Serpentinefahrt erreicht haben.
Es wollte uns einfach nicht gelingen, den Tag entspannt zu sehen, auch wenn wir zu spät gekommen wären. Der Tag als solches wäre ja nicht verloren gewesen. Ändern konnten wir an der Situation ohnehin nichts, wozu also aufregen?
Um es kurz zu machen: wir kamen zu spät. Ganze sechs Minuten, was aber nicht dramatisch war, da die Gruppe noch nicht losgegangen ist. Zunächst hatte ich mich total darüber gefreut, was aber nur so lange anhielt, bis wir erfuhren, dass die Gruppe „Action Rafting“ schon voll sei und wir nicht mitkönnten, da wir nicht auf der Liste stünden. Liste hin oder her - wir hatten gebucht, per Internet. Die Mail als Beweis hatte ich aber nicht mitgenommen. Und selbst wenn, was hätte es gebracht? Das Boot war voll, stapeln geht beim Rafting gar nicht.
Eine halbe Stunde später würden fünf weitere Boote zu Wasser gehen, sagte man uns, allerdings nur die „Erlebnis Rafting“-Tour, die eine ganze Stunde weniger dauert. Vielleicht könnten wir ja dort ein paar Leute zusammen trommeln, die Lust auf die Action-Rafting-Tour haben, wobei zur Erklärung gesagt sei, dass beide Touren auf der gleichen Strecke auf der Tiroler Ache gefahren werden, die Action Tour aber eine Stunde länger dauert und mehr Schikanen bietet. Und es kam, wie es nicht kommen sollte, denn wir fanden niemanden. Also fuhren wir die „Familienrafting“-Tour mit einem ganzen Boot voller 11-15-jährigen Eiskunstlauf-Mädels, die während der Fahrt bei jeder kleinen Welle so laut schrien, als ob sie riskante Loopings einer Achterbahn auf der Kirmes fahren.Langweilig war es aber dennoch nicht, da der Pan und ich quasi als Steuermann ganz vorne an der erlebnisintensivsten Stelle des Bootes saßen und wir uns zudem mit den anderen Booten Wasserschlachten lieferten, was bei der gigantischen Hitze, die auf dem Fluss aber gar nicht so spürbar war, einfach unglaublich Spaß machte. Genauso wie das Reinspringen in das 11 Grad kalte Wasser und andere kurzweilige Spiele, bei denen die ein oder andere Teilnehmerin zu Wasser ging. Im Anschluss ans Rafting fuhren wir eigenständig noch mal an die Stelle, an der wir mittags mit den Booten eine kurze Rast eingelegt hatten. Aus Sorge um meine Kamera hatte ich während des Raftings die Kamera im Auto gelassen, da an dieser Schlucht aber sehr viel Wassersportler vorbeikamen, hoffte ich, noch ein paar originelle Fotos einfangen zu können, was mir aber nicht so wirklich gelang. Einerseits wegen des dann schon vorherrschenden Schattens, andererseits wegen mangelnder Sportler zu dieser fortgeschrittenen Stunde.
Übernachten werden wir heute in einem urigen Berggasthof am Wilden Kaiser, den wir nach einer langen und aufregenden Serpentinefahrt erreicht haben.
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Bis heute bin ich davon ausgegangen, dass Münster DIE Fahrradhauptstadt schlechthin sei, was für deutsche Verhältnisse möglicherweise ja auch stimmen mag. Nach dem Kurztrip nach Amsterdam muss ich meine diesbezügliche Ansicht aber definitiv revidieren, denn so unendlich viele
Fahrradfahrer wie heute, habe ich in meinem ganzen Leben noch niemals zuvor gesehen, was mich zu der absurden Annahme verleitete, dass niederländische Frauen bei jeder Geburt wohl auch gleich ein Fahrrad mit gebären. Aber die Hafenstadt versetzte mich heute noch mehrmals in Staunen. Nicht nur mit ihren horrenden Parkgebühren (5 Euro/Stunde), sondern auch mit ihrer malerischen Kulisse der reich verzierten Kaufmannshäuser aus dem 17. und 19. Jahrhundert, in deren Mitte sich ein breites Wasserwegenetz durch die Stadt zieht.

Dass Städte, die am Wasser liegen, ohnehin einen ganz eigenen Charme versprühen, war und ist mir geläufig, aber dass in der wasserreichsten Stadt Europas das Leben auf und innerhalb der Kanäle derart pulsiert, hätte ich niemals für möglich gehalten. Fakt ist, dass die Bewohner der Stadt sich es in ihrer Gesamtheit mehr als anderswo verstehen, sich gut gehen zu lassen, was die zahllosen Boote auf den Grachten bewiesen. Um einmal mehr eine gewagte These in den Raum zu stellen, behaupte ich sogar, dass die meisten Amsterdamer vermutlich alleine schon deshalb ein eigenes Boot besitzen, um sich die teuren Parkgebühren zu sparen.

Scherze beiseite! Nein, ganz im ernst. Die ganze Stadt schien picknickend und feiernd auf dem Wasser oder in den Hausbooten (unterwegs) zu sein, so dass die, die heute eine Verkehrszählung auf dem Wasser hätten durchführen müssen, gewiss ins Straucheln gekommen wären.
Ansonsten ist mir in der Stadt aber vor allen Dingen auch eines aufgefallen. Heiniken. Immer wieder Heiniken. Gerade so, als ob man seinen Durst ausnahmslos mit diesem Getränk stillen könnte. Aber auch Unbekanntes säumte unseren Weg, wie leuchtend bunte, aber auch übelriechende Plastikurinale, die völlig ohne Sichtschutz auf offener Straße standen (und benutzt wurden!) oder Frittiertes, das man sich aus einem Automaten ziehen konnte. Meinen ersten Coffee-Shop sah ich heute zudem.
Klar, dass auch heute einmal mehr unsere „Kids“ mit auf Reisen waren, mit denen wir auf unserem vierstündigen Rundgang durch die Stadt einmal mehr sehr viel Spaß und zweimal sogar Applaus seitens anderer Touristen hatten.
Fahrradfahrer wie heute, habe ich in meinem ganzen Leben noch niemals zuvor gesehen, was mich zu der absurden Annahme verleitete, dass niederländische Frauen bei jeder Geburt wohl auch gleich ein Fahrrad mit gebären. Aber die Hafenstadt versetzte mich heute noch mehrmals in Staunen. Nicht nur mit ihren horrenden Parkgebühren (5 Euro/Stunde), sondern auch mit ihrer malerischen Kulisse der reich verzierten Kaufmannshäuser aus dem 17. und 19. Jahrhundert, in deren Mitte sich ein breites Wasserwegenetz durch die Stadt zieht.
Dass Städte, die am Wasser liegen, ohnehin einen ganz eigenen Charme versprühen, war und ist mir geläufig, aber dass in der wasserreichsten Stadt Europas das Leben auf und innerhalb der Kanäle derart pulsiert, hätte ich niemals für möglich gehalten. Fakt ist, dass die Bewohner der Stadt sich es in ihrer Gesamtheit mehr als anderswo verstehen, sich gut gehen zu lassen, was die zahllosen Boote auf den Grachten bewiesen. Um einmal mehr eine gewagte These in den Raum zu stellen, behaupte ich sogar, dass die meisten Amsterdamer vermutlich alleine schon deshalb ein eigenes Boot besitzen, um sich die teuren Parkgebühren zu sparen.

Scherze beiseite! Nein, ganz im ernst. Die ganze Stadt schien picknickend und feiernd auf dem Wasser oder in den Hausbooten (unterwegs) zu sein, so dass die, die heute eine Verkehrszählung auf dem Wasser hätten durchführen müssen, gewiss ins Straucheln gekommen wären.
Ansonsten ist mir in der Stadt aber vor allen Dingen auch eines aufgefallen. Heiniken. Immer wieder Heiniken. Gerade so, als ob man seinen Durst ausnahmslos mit diesem Getränk stillen könnte. Aber auch Unbekanntes säumte unseren Weg, wie leuchtend bunte, aber auch übelriechende Plastikurinale, die völlig ohne Sichtschutz auf offener Straße standen (und benutzt wurden!) oder Frittiertes, das man sich aus einem Automaten ziehen konnte. Meinen ersten Coffee-Shop sah ich heute zudem.
Klar, dass auch heute einmal mehr unsere „Kids“ mit auf Reisen waren, mit denen wir auf unserem vierstündigen Rundgang durch die Stadt einmal mehr sehr viel Spaß und zweimal sogar Applaus seitens anderer Touristen hatten.
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Hatten wir die vergangenen Wochen noch ein wenig Koordinationsschwierigkeiten, was unser Zeitmanagement betrifft, sind wir inzwischen für die kommenden Wochen voll verplant. Erfreulicherweise haben wir auch all das, was wir uns vorgenommen haben, realisieren können. Nachdem das Kletterkursvorhaben für morgen wegen lediglich eines angemeldeten Teilnehmers ja einmal mehr vage war, haben wir es nun verlässlich für den 19. und 26. Juli gebucht. Mit uns haben sich dafür inzwischen vier Personen angemeldet, weshalb der Kurs dann auch definitiv stattfinden wird. Dafür können wir an diesem, heute beginnenden, Wochenende – wie ursprünglich geplant – auch nach Münster und Amsterdam fahren.
Das nächste Wochenende steht dann eher unter einem sportlichen Motto in Österreich, wo wir samstags an einer Action Rafting Tour und sonntags an einer Canyoning Tour teilnehmen. Fünf Tage später heben wir schon Richtung Finnland ab, um dort vier Tage lang Helsinki kennenzulernen. An dem darauf folgenden Wochenende feiert mein Bruder mit einem Freund zwei Tage lang eine riesige Geburtstagsfete mit Live-Bands. An dem daran anschließenden Wochenende wird in Nürnberg das Woodstock der klassischen Musik zelebriert. Etwas, was man in seinem Leben unbedingt mal gesehen und gehört haben sollte, zumal an diesem Sonntag auch noch ein formidables – im Reigen der Musik harmonisierendes Abschlussfeuerwerk – dargeboten wird. An dem letzten Wochenende im Juli lockt schließlich das Altstadtfest in meiner Heimatstadt, das ich mir des Wiedersehens wegen alter Freunde und Klassenkameraden nur ungerne entgehen lasse, zumal das Programm auch für entsprechende Unterhaltung sorgt. Im anschließenden Wochenende daran böte sich ein zweiter Besuch des Klassik Open Airs in Nürnberg an und/oder eine Stippvisite beim Würzburger Hafensommer, der in diesen Tagen mit pfiffigen Doppelkonzerten unterhält. Mitte August, also wieder eine Woche darauf, fliegen wir schließlich für fünf Tage nach Barcelona. Danach ist erst mal dreieinhalb Wochen Ruhe, bevor wir im September unseren „großen“ Urlaub in die USA antreten.
Wie auch immer, langweilig wird uns ohnehin nicht, mit oder ohne Plan, da wir der Welt – gerade auch im Sommer - stets das Schöne abzugewinnen wissen. Wenn ich in einem stillen Moment jedoch in mich gehe und all den Aktionismus und die Ruhelosigkeit hinterfrage, erkenne ich in all dem Tun auch den vom baldigen Tod erwarteten Drang (ohne Fakten dafür zu haben, gehe ich davon aus, irgendwann mit 50+x zu sterben), noch soviel mitzunehmen wie ich kann. Und selbst wenn ich länger leben sollte, weiß ich nicht, wie ich in späteren Jahren konstitutionell aufgestellt bin, um all die Reisen und sportlichen Vorhaben noch umzusetzen. Davon abgesehen habe ich erst in den jüngsten Tagen eine Bescheinigung über meine künftige Rente erhalten, die besagt, dass ich, wenn ich die kommenden Jahre weiter in dieser Höhe einzahle (eine besser bezahlte Beschäftigung werde ich gewiss nicht erhalten) mit 470 Euro monatlich rechnen kann. Dass man davon später keine „großen Sprünge“ machen kann, ist auch klar. Also lebe ich im heute, hier und jetzt, weil ich nichts anderes habe, an das ich glauben kann bzw. mir glaubhaft erscheint. Und so lange ich derzeit für all meine Vergnügungen keine Schulden machen muss und nebenher immer noch Geld für die Rente weglegen kann, sehe ich in meinem Tun auch nichts Verwerfliches, gleichwohl sich der Pan manchmal dahingehend äußert, dass das doch alles etwas stressig sei.
Das nächste Wochenende steht dann eher unter einem sportlichen Motto in Österreich, wo wir samstags an einer Action Rafting Tour und sonntags an einer Canyoning Tour teilnehmen. Fünf Tage später heben wir schon Richtung Finnland ab, um dort vier Tage lang Helsinki kennenzulernen. An dem darauf folgenden Wochenende feiert mein Bruder mit einem Freund zwei Tage lang eine riesige Geburtstagsfete mit Live-Bands. An dem daran anschließenden Wochenende wird in Nürnberg das Woodstock der klassischen Musik zelebriert. Etwas, was man in seinem Leben unbedingt mal gesehen und gehört haben sollte, zumal an diesem Sonntag auch noch ein formidables – im Reigen der Musik harmonisierendes Abschlussfeuerwerk – dargeboten wird. An dem letzten Wochenende im Juli lockt schließlich das Altstadtfest in meiner Heimatstadt, das ich mir des Wiedersehens wegen alter Freunde und Klassenkameraden nur ungerne entgehen lasse, zumal das Programm auch für entsprechende Unterhaltung sorgt. Im anschließenden Wochenende daran böte sich ein zweiter Besuch des Klassik Open Airs in Nürnberg an und/oder eine Stippvisite beim Würzburger Hafensommer, der in diesen Tagen mit pfiffigen Doppelkonzerten unterhält. Mitte August, also wieder eine Woche darauf, fliegen wir schließlich für fünf Tage nach Barcelona. Danach ist erst mal dreieinhalb Wochen Ruhe, bevor wir im September unseren „großen“ Urlaub in die USA antreten.
Wie auch immer, langweilig wird uns ohnehin nicht, mit oder ohne Plan, da wir der Welt – gerade auch im Sommer - stets das Schöne abzugewinnen wissen. Wenn ich in einem stillen Moment jedoch in mich gehe und all den Aktionismus und die Ruhelosigkeit hinterfrage, erkenne ich in all dem Tun auch den vom baldigen Tod erwarteten Drang (ohne Fakten dafür zu haben, gehe ich davon aus, irgendwann mit 50+x zu sterben), noch soviel mitzunehmen wie ich kann. Und selbst wenn ich länger leben sollte, weiß ich nicht, wie ich in späteren Jahren konstitutionell aufgestellt bin, um all die Reisen und sportlichen Vorhaben noch umzusetzen. Davon abgesehen habe ich erst in den jüngsten Tagen eine Bescheinigung über meine künftige Rente erhalten, die besagt, dass ich, wenn ich die kommenden Jahre weiter in dieser Höhe einzahle (eine besser bezahlte Beschäftigung werde ich gewiss nicht erhalten) mit 470 Euro monatlich rechnen kann. Dass man davon später keine „großen Sprünge“ machen kann, ist auch klar. Also lebe ich im heute, hier und jetzt, weil ich nichts anderes habe, an das ich glauben kann bzw. mir glaubhaft erscheint. Und so lange ich derzeit für all meine Vergnügungen keine Schulden machen muss und nebenher immer noch Geld für die Rente weglegen kann, sehe ich in meinem Tun auch nichts Verwerfliches, gleichwohl sich der Pan manchmal dahingehend äußert, dass das doch alles etwas stressig sei.
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Mich der Freude wegen mal mit den Worten eines anderen schmückend:
„Alles nimmt ein gutes Ende für den, der warten kann“, äußerte schon damals der russische Schriftsteller Leo Tolstoi optimistisch, was ich für uns heute schließlich auch noch bejahen kann, denn das Schnäppchen in die USA hat soeben doch noch geklappt. Am 10. September heben wir ab nach San Francisco.
„Alles nimmt ein gutes Ende für den, der warten kann“, äußerte schon damals der russische Schriftsteller Leo Tolstoi optimistisch, was ich für uns heute schließlich auch noch bejahen kann, denn das Schnäppchen in die USA hat soeben doch noch geklappt. Am 10. September heben wir ab nach San Francisco.
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