Kurzer Nachtrag, nachdem die liebe Family jetzt weg ist. Der Kuchen war der Hit. Sowohl meine Ma, sie im Besonderen, mein Patenkind Alina, mein Bruder, der Pan und auch ich waren einhellig der Meinung, dass der fast ausnahmslos nur aus Streuseln bestehende Apfelkuchen (unter den Apfelschnitzen verteilte ich die eine Hälfte der Streusel, über den Schnitzen die andere, einen Teig als Grundlage gab es nicht, die Streusel waren quasi der Boden) vörzüglich mundete.
Wer hätte das gedacht? Ich würde es nicht sagen, wenn ich es anders empfände, aber der Kuchen war wirklich gut.
Manchmal nimmt sich das Glück tatsächlich eine kleine Auszeit, um bei mir zu weilen.
Wer hätte das gedacht? Ich würde es nicht sagen, wenn ich es anders empfände, aber der Kuchen war wirklich gut.
Manchmal nimmt sich das Glück tatsächlich eine kleine Auszeit, um bei mir zu weilen.
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Für heute Nachmittag, das heißt in einer halben Stunde, hat sich mein Bruder und mein Patenkind zu Besuch angesagt. Wenn meine Schwägerin, die heute Nacht gearbeitet hat, nicht zu müde ist, wird sie ebenfalls mitkommen, genauso wie meine Mom. Da das Ganze jetzt doch ganz überraschend kam, bin ich ein wenig aufgeregt, weil ich selbst bei meiner Familie denke, dass sie irgendetwas nicht in Ordnung finden könnte, wenn sie mich bzw. uns, den Pan und mich, besuchen. Mit Hilfe des Pans, der die Äpfel schälte und schnitzte, habe ich vorhin rasch einen Kuchen zusammengerührt, einen, den ich vorher noch nie gebacken habe. Eigentlich wollte ich das Rezept für den Pan und mich heute mal ausprobieren, jetzt muss die family als Versuchskaninchen herhalten, wobei ich am Hadern bin, ob ich nicht doch zur Sicherheit noch einfach schnell einen Strudel in die Röhre schieben soll – mit jenem ist man in unserer Familie immer auf der sicheren Seite. Puhhh, ich versuche die Aufregung unter Kontrolle zu halten. Fabi, unser neues Familienmitglied, kam vorhin kurz in die Küche und fragte, was denn da so lecker duften würde, worauf ich ihm mitteilte, dass das in der Röhre ein Kuchen für den Besuch nachher wird. Gänzlich beeindruckt wollte er sich den Prozess des Werdens auf keinen Fall entgehen lassen, weshalb er sich kurzerhand den Wasserkocher als Sitzplatz umfunktionierte, um gespannt vor dem Ofen sitzend auf das süße Wunder zu warten.
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Meine Güte, war das heute Nacht vielleicht kalt. Ich habe so arg gefroren, dass ich sogar die Heizdecke angeschaltet habe, zwar nur auf der kleinsten Stufe, mich aber dennoch zum ersten Mal seit langer Zeit wieder mit künstlich wärmender Unterstützung in den Schlaf gekuschelt. Vielleicht habe ich mich durch die extreme Hitze, die während des Sommers in der Dachwohnung herrschte, auch einfach an eine höhere Grundtemperatur gewöhnt, so dass die hiesigen Außentemperaturen mir bereits jetzt arktisch scheinen.
pattyv - am Samstag, 5. September 2009, 08:37 - Rubrik: Ein neuer Tag
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Eben las ich folgende Meldung, die mich einfach nur traurig macht, wenn man bedenkt, wie einsam jemand sein muss, damit trotz aller Hinweise keiner aufmerksam wird oder mal nachfragt:
Toter lag halbes Jahr vor laufendem Fernseher
Wien - Ein Österreicher hat fast ein halbes Jahr tot vor dem laufenden Fernseher gelegen. Neben der Leiche des 54-Jährigen fand die Polizei in der Wohnung in Salzburg ein TV-Programmheft vom 12. März. Im Hausflur hatte sich vor der Tür die Post bereits getürmt, was aber niemanden irritierte. Unklar bleib, woran der Mann gestorben war. Der Mieter hatte seit Jahren keinen Kontakt mehr mit Verwandten, hieß es.
Toter lag halbes Jahr vor laufendem Fernseher
Wien - Ein Österreicher hat fast ein halbes Jahr tot vor dem laufenden Fernseher gelegen. Neben der Leiche des 54-Jährigen fand die Polizei in der Wohnung in Salzburg ein TV-Programmheft vom 12. März. Im Hausflur hatte sich vor der Tür die Post bereits getürmt, was aber niemanden irritierte. Unklar bleib, woran der Mann gestorben war. Der Mieter hatte seit Jahren keinen Kontakt mehr mit Verwandten, hieß es.
pattyv - am Freitag, 4. September 2009, 16:29 - Rubrik: Aus der Welt der Nachrichten
Irgendwie ist alles weggebrochen: Zuversicht, Freunde, Rückhalt. Ich lebe isolierter denn je und habe vermutlich auch genau deshalb gar kein Vertrauen mehr in irgendwas. Warum auch? Ich schleppe mich durch mein Leben, das keines ist, versuche zudem einmal mehr, mir nach Außen hin nichts anmerken zu lassen, um doch nur wie ein kaum wahrnehmbarer Schatten meinen Alltag zu durchstreifen. Bedingt durch die Tatsache, dass ich nicht weiß, wie ich mich anderen gegenüber verhalten soll, beziehungsweise wegen meiner Unkenntnis, was angemessen und der Norm entsprechend ist, fürchte und meide ich andere. Wenn der Pan nicht wäre, könnte ich vermutlich verrotten, ohne dass es jemanden überhaupt auffiele. Tja, und wenn Leichen nicht zu stinken begännen, würde wohl ausnahmslos die Zeit und damit mein Zerfall Notiz an mir nehmen. Die Welt da draußen braucht mich nicht. Das habe ich jetzt verstanden. Eigentlich auch verständlich, weil ich nichts zu geben habe. Unterm Strich bin ich eine (vermutlich) bald ihren Arbeitsplatz verlierende und auf Fingerschnipp leicht zu ersetzende sowie auf der Woge des Versagens schwimmende Lachnummer mit unechten Kindern, über die sich andere amüsieren.
pattyv - am Donnerstag, 3. September 2009, 21:54 - Rubrik: einsam & verlassen
Es gibt Menschen MIT Herz und Menschen OHNE und Erwachsene, die ihr inneres Kind verloren haben und mit diesem ihnen innewohnenden sachlich-nüchternen Agieren vermutlich glauben, sie haben die Weisheit für sich gepachtet, während sie zeitgleich viele andere von oben belächeln. Auf einen solchen Anti-Scherzkeks sind wir, der Pan und ich, gestern auf der Rückfahrt von Berlin nach Würzburg gestoßen, der mit drei weiteren Karten spielenden Freunden – alle so um die Mitte bis Ende 50 Jahre – das Abteil mit uns teilte. Als wir
Schmachvoll und kränkend äußerte er sich übrigens nicht mir und dem Pan direkt, sondern eher indirekt, nämlich unserem neuen „Kind“ Fabi(an) gegenüber, einem waschechten Berliner, den wir am Samstagabend aus den Fängen seines langweiligen Kaufhaus-Daseins erretteten. Just ab diesem Zeitpunkt erhielt unser Kurztrip in die Spreestadt eine gänzlich neue und höchst unterhaltsame Dimension, da der Kleine durch sein charmantes und offenherziges, ja aufgewecktes Wesen bald in jede Menge strahlende und lachende Gesichter blickte. Auch wenn die Bande der Freundschaft noch ganz zart sind, gewann er doch zahlreiche Herzen: angefangen von den beiden Verkäuferinnen, denen wir ihn entlockten, einem Pärchen in der U-Bahn, über unserem Hotelportier, einer Fahrkartenkontrolleurin, die ihn auf der Rückfahrt von einer Stippvisite nach Potsdam auch gleich wieder erkannte, einem auf ihrem Laptop Twilight-sehenden-Mädchen bis hin zu einem zirka 18-20-jährigen Jungen, mit dem Fabi gestern am meisten Spaß hatte. Wie so viele andere, saß auch dieser Junge des Platzmangels wegen im Flur, zu unserem Glück genau Nase an Nase mit Fabi, mit dem er durch die Glasscheibe herzige Konversation betrieb, was für Gelächter auf beiden Seiten sorgte.Zurück zu dem ungebührlichen Rohling aus unserem Zugabteil, der Fabian taktlos als eine hirnlose Mischung aus Schaf und Kamel bezeichnete. Unglaublich wie gefühllose manche Menschen sein können. Zwei der anderen Freunde von ihm verhielten sich Fabi gegenüber wenigstens neutral, während der Vierte im Bunde ihm gleichermaßen wohlwollend gesonnen war und ihm auch Platz auf seiner Schulter anbot, damit er von oben das Kartenspiel beobachten konnte.
Ich kann gar nicht sagen, wie froh ich war, als der derbe Klotz in Fulda endlich ausstieg.
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Gestern bin ich mit zwei Arbeitskolleginnen, die sich mir als Modell zur Verfügung gestellt haben, in der Rhön auf der Wasserkuppe gewesen, um ein potentielles Titel-Foto für die Herbst-/Winter-Ausgabe des Rhöner Tourismusmagazins zu schießen. Da ich in diesem Auftrag noch nie unterwegs gewesen bin und ich panische Angst vor Versagen hatte, schließlich bin ich ja auch keine ausgebildete Fotografin, lastete eine riesige Bürde auf mir, die nur noch von meiner Skepsis und den Zweifeln übertroffen wurden. Sage und schreibe 650 Bilder habe ich gestern gemacht – und das alles nur für dieses eine mögliche Titelfoto, von dem wir unserem Kunden, der uns doch tatsächlich bat, ein bereits erschienenes Titelfoto erneut zu verwenden, erst noch überzeugen mussten. Gütiger Himmel, leicht ist wirklich was anderes, dachte ich mir zwischendurch und auch die Mädels kämpften – sei es mit blendender Sonne (und demgemäß leider zugekniffenen Augen), vom Wind ins Gesicht geblasenen Haaren, Ungeziefer, verlorenen Ohrenringen, dem natürlichen Ausdruck, einem zu dicken Bauch (ja wirklich!), Durst und anderen dringenden Bedürfnissen, und und und …
Zwischendurch sahen wir uns die Serien immer wieder mal auf dem kleinen Display der Kamera an und waren irgendwie nie zufrieden. Ich hatte größte Bedenken auf der Rückfahrt, denn enttäuschen wollte ich nicht.Ich verkürze: Ob Glück oder Können sei nun mal dahingestellt. Gefühlsmäßig würde ich aber doch auch auf ein großes Quantum Glück tippen. Fakt ist, dass ein paar Bilder auf Gefallen stießen. Verlagsintern hatten wir uns gestern auf fünf Vorschläge, die wir dem Kunden unterbreiten wollten, geeinigt, aus denen er sich heute für eines meiner beiden Lieblingsmotive entschied. Was soll ich sagen? Ich bin echt ein bisschen stolz.
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Und wieder! Schatten sind ab sofort meine Feinde, da sie sich, zumindest innerhalb in der Wohnung, als Lebewesen entpuppen können! Erneut haben sich gestern drei Spinnen in den Zimmern ausgebreitet, und das obwohl ich NICHT gelüftet habe, was angesichts der Hitzegrade, bei denen beide Computer streikten, und der verbrauchten Luft in der Wohnung dazu führte, dass mir aktivlosen Hauptes der Schweiß rann. Widerlich! Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie das die kommenden Tage wird. Am Donnerstag wird vielleicht Temperaturgeschichte geschrieben, meinte der lokale Radiosender eben.
Unabhängig von den Spinnen wird es am Donnerstag ganz gewiss unerträglich heiß in der Wohnung, die davon abgesehen ja schon jetzt die Hitze der vergangenen Tage gespeichert hat. Der Pan meinte gestern, dass ich mich gegebenenfalls ausquartieren soll, aber ich mag mich weder Freunden aufdrängen, wobei ich hierzu sowieso eine sehr skeptische Einstellung habe, noch in einer Pension einmieten, zumindest nicht alleine. Alles zu befremdlich.
Was das Ekelgefühl des Nachhausegehens anbetrifft, erinnerte ich mich gestern, als der Weg vom Büro nach Hause anstand, an einen New York Aufenthalt, den wir, der Pan und ich, mit Kakerlaken teilten. Das erste Zimmer monierten wir noch, beim zweiten arrangierten wir uns mit dem Grauen, das uns abends gleichermaßen ungern zurückkehren ließ.
Ich schrieb es ansatzweise bereits gestern, aber als Zufluchtsstätte und sichere Burg sowie leitgemäß „My home is my castle“, hat mein Zuhause die nächsten Wochen ausgedient.
Unabhängig von den Spinnen wird es am Donnerstag ganz gewiss unerträglich heiß in der Wohnung, die davon abgesehen ja schon jetzt die Hitze der vergangenen Tage gespeichert hat. Der Pan meinte gestern, dass ich mich gegebenenfalls ausquartieren soll, aber ich mag mich weder Freunden aufdrängen, wobei ich hierzu sowieso eine sehr skeptische Einstellung habe, noch in einer Pension einmieten, zumindest nicht alleine. Alles zu befremdlich.
Was das Ekelgefühl des Nachhausegehens anbetrifft, erinnerte ich mich gestern, als der Weg vom Büro nach Hause anstand, an einen New York Aufenthalt, den wir, der Pan und ich, mit Kakerlaken teilten. Das erste Zimmer monierten wir noch, beim zweiten arrangierten wir uns mit dem Grauen, das uns abends gleichermaßen ungern zurückkehren ließ.
Ich schrieb es ansatzweise bereits gestern, aber als Zufluchtsstätte und sichere Burg sowie leitgemäß „My home is my castle“, hat mein Zuhause die nächsten Wochen ausgedient.
Schon seit Anfang August wusste ich, dass sie bald wiederkommen würden und betete innerlich, dass sich der Zeitpunkt ihres ersten Erscheinens dieses Jahr soweit wie möglich nach hinten verschiebt. Gestern Abend war es dann leider soweit. Ich saß im Wohnzimmer, erfreute mich an der Sportlichkeit der Hünen bei der Leichathletik-WM und sah einen ungewöhnlichen, handtellergroßen Schatten an der Wand, der sich erschreckender Weise als eine ausgewachsene Monsterspinne erwies, die mir den Atem stocken ließ, wobei ich hier explizit erwähnen möchte, dass ich KEINE Spinnenphobie (eine mittelgroße Spinne, die im Eingangsbereich der Haustüre ihr Zuhause gefunden hat – innerhalb der Wohnung (!) – macht mir keinerlei Probleme) habe, diese Kolosse mich aber wirklich zittern lassen.
Ich frage mich wirklich jedes Jahr, ob diese riiiiiesigen Spinnen uns vornehmlich deshalb aufsuchen, weil wir in einer Dachwohnung leben, wobei ich unter der Woche ja leider alleine wohne und mich insofern selbst dieses Problems annehmen muss, oder weil die Weinberge nur einen Traubenwurf entfernt liegen? In keiner anderen Wohnung zuvor hatte ich dieses Problem!
Nachdem der Sommer gestern die Temperaturen noch einmal in die Höhe trieb, war es abends in der Dachwohnung kaum auszuhalten, so dass ich nicht umhin kam zu lüften. Hierbei werden sich die Kerle wohl Zutritt verschafft haben müssen. Ja, Kerle! Insgesamt drei ungebetene Gäste meinten gestern, mich in Angst und Schrecken versetzen zu müssen, was ihnen auch anstandslos gelang. Nachdem ich den ersten lebenden Schatten entdeckt hatte, schloss ich umgehend alle Fenster, was die Temperatur innerhalb der Wohnung rasch wieder steigen ließ. Angesichts der Hitze streikten einmal mehr auch die Rechner, die sich zum Schutz beide selbstständig ausschalteten. Doch die Achtbeiner hatten sich schon vorher Zutritt verschafft. Als ich die zweite Spinne sah, erstarrte ich umgehend, bei der dritten hätte ich einfach nur noch heulen können.
Jetzt beginnen sie also wieder, die Tage, in denen ich mich fürchte, die Fenster zu öffnen, weil ich Angst habe, dass diese Ungetümer den Weg in die Wohnung suchen, ich aber der Hitze wegen nicht umhin komme, es doch zu tun, um dann abends völlig angespannt in den Räumlichkeiten zu sitzen und mich vor meinem eigenen Schatten zu erschrecken. Ein friedliches Zusammenwohnen? Nein, das kann es nicht geben. Dafür ist meine Angst zu groß, auch wenn die Spinnen ungefährlich sind. Allein der Gedanke, dass mir nachts, wenn ich schlafe, eine über das Gesicht oder sonst wo über mein Körper laufen könnte, schreckt mir derart, dass ich gar nicht einschlafen kann, wenn ich eine lebende in der Wohnung weiß. Vor zwei Jahren ist mal eine, von der ich im Vorfeld nichts wusste, pfeilschnell über den Teppich gerannt. Der Geschwindigkeit wegen dachte ich zunächst, dass es sich um eine Maus handelt. Ich habe mich derart erschrocken, dass mir diese Szene lebhaft, farbig und mich stets an das Grauen entsinnend zeitnah in Erinnerung ist. Das Schlimme an diesen Monsterspinnen sind vielleicht noch nicht einmal die Spinnen selbst, sondern das, was sie in mir verursachen und die Ungewissheit, ob nicht doch noch eine in der Wohnung sein könnte, ich also immer in Alarmbereitschaft bin sowie die Tatsache, dass mein Zuhause derzeit nicht mehr das Gefühl der sicheren Zufluchtsstätte in sich birgt – und das wird sich bis Mitte/Ende Oktober auch nicht mehr ändern, denn erst wenn die Heizperiode richtig anläuft, wir den Spinnen das Klima zu trocken. Wenn mir eine versehentlich über den Fuß liefe, bekäme ich als leicht zu erschreckende Frohnatur ganz gewiss einen Herzinfarkt mit Gruselgarantie. Das selbst geschaffene Horrorszenario wäre übrigens folgendes: ich lüfte die Zudecke meines Bettes und finde eines dieser Monster vor. Unter diesen Umständen könnte ich nicht mehr in dem Bett schlafen. Davor graut es mir wirklich.
Ich frage mich wirklich jedes Jahr, ob diese riiiiiesigen Spinnen uns vornehmlich deshalb aufsuchen, weil wir in einer Dachwohnung leben, wobei ich unter der Woche ja leider alleine wohne und mich insofern selbst dieses Problems annehmen muss, oder weil die Weinberge nur einen Traubenwurf entfernt liegen? In keiner anderen Wohnung zuvor hatte ich dieses Problem!
Nachdem der Sommer gestern die Temperaturen noch einmal in die Höhe trieb, war es abends in der Dachwohnung kaum auszuhalten, so dass ich nicht umhin kam zu lüften. Hierbei werden sich die Kerle wohl Zutritt verschafft haben müssen. Ja, Kerle! Insgesamt drei ungebetene Gäste meinten gestern, mich in Angst und Schrecken versetzen zu müssen, was ihnen auch anstandslos gelang. Nachdem ich den ersten lebenden Schatten entdeckt hatte, schloss ich umgehend alle Fenster, was die Temperatur innerhalb der Wohnung rasch wieder steigen ließ. Angesichts der Hitze streikten einmal mehr auch die Rechner, die sich zum Schutz beide selbstständig ausschalteten. Doch die Achtbeiner hatten sich schon vorher Zutritt verschafft. Als ich die zweite Spinne sah, erstarrte ich umgehend, bei der dritten hätte ich einfach nur noch heulen können.
Jetzt beginnen sie also wieder, die Tage, in denen ich mich fürchte, die Fenster zu öffnen, weil ich Angst habe, dass diese Ungetümer den Weg in die Wohnung suchen, ich aber der Hitze wegen nicht umhin komme, es doch zu tun, um dann abends völlig angespannt in den Räumlichkeiten zu sitzen und mich vor meinem eigenen Schatten zu erschrecken. Ein friedliches Zusammenwohnen? Nein, das kann es nicht geben. Dafür ist meine Angst zu groß, auch wenn die Spinnen ungefährlich sind. Allein der Gedanke, dass mir nachts, wenn ich schlafe, eine über das Gesicht oder sonst wo über mein Körper laufen könnte, schreckt mir derart, dass ich gar nicht einschlafen kann, wenn ich eine lebende in der Wohnung weiß. Vor zwei Jahren ist mal eine, von der ich im Vorfeld nichts wusste, pfeilschnell über den Teppich gerannt. Der Geschwindigkeit wegen dachte ich zunächst, dass es sich um eine Maus handelt. Ich habe mich derart erschrocken, dass mir diese Szene lebhaft, farbig und mich stets an das Grauen entsinnend zeitnah in Erinnerung ist. Das Schlimme an diesen Monsterspinnen sind vielleicht noch nicht einmal die Spinnen selbst, sondern das, was sie in mir verursachen und die Ungewissheit, ob nicht doch noch eine in der Wohnung sein könnte, ich also immer in Alarmbereitschaft bin sowie die Tatsache, dass mein Zuhause derzeit nicht mehr das Gefühl der sicheren Zufluchtsstätte in sich birgt – und das wird sich bis Mitte/Ende Oktober auch nicht mehr ändern, denn erst wenn die Heizperiode richtig anläuft, wir den Spinnen das Klima zu trocken. Wenn mir eine versehentlich über den Fuß liefe, bekäme ich als leicht zu erschreckende Frohnatur ganz gewiss einen Herzinfarkt mit Gruselgarantie. Das selbst geschaffene Horrorszenario wäre übrigens folgendes: ich lüfte die Zudecke meines Bettes und finde eines dieser Monster vor. Unter diesen Umständen könnte ich nicht mehr in dem Bett schlafen. Davor graut es mir wirklich.
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